Meine Mami ist faul…

Boom, das hat gessesen! Heute Morgen eröffnet mir meine sieben jährige Tochter ganz nebenbei, dass sie findet, dass ich faul bin, da ich ja nur zu Hause bin und nicht arbeite!!! Hääääää? Habe ich was verpasst???? Ich dachte, ich kippe gleich aus meinen Schuhen…
Meine erste Reaktion (natürlich pädagogisch völlig falsch): „das sagst du nicht noch mal zu mir…“. Und schon kam mein schlechte Gewissen: „Stopp, sie ist doch erst sieben, frag sie doch lieber wie sie auf diese Idee gekommen ist“…
Ok, denke ich mir und frage nach, wie sie zu dieser Überzeugung kommt. Und die Antwort lässt nicht lange auf sich warten. „Ja Mama, du machst ja nur den Haushalt und bringst kein Geld mit nach Hause!“. Aha! In mir tobt es, doch ich versuche Ruhe zu bewahren und pädagogisch etwas wertvoller vor zu gehen. Also frage ich nach, ob „Haushalt“ keine Arbeit ist. Schließlich beginnt mein Tag ja spätestens mit dem ersten Genöle aus einem der vier Betten und in der Regel kann ich mich dann nicht noch mal umdrehen und fünfe gerade sein lassen, sondern soll sofort parat stehen, gute Laune haben, das Frühstück wenn möglich schon gemacht haben und jeden herzlich begrüßen und aus seinem Bettchen holen (so die Vorstellung meiner Töchter). Im Anschluss an das Frühstück, bitte alles wieder aufräumen, den Damen beim Anziehen und im Bad helfen, Frisuren flechten und ausgefallene Zöpfe kreieren (und wenn sie nicht gefallen, anschreien lassen und noch mal von vorne anfangen), anschließend die Kindergarten- und Schulbrote richten, alle herzlich verabschieden… ja und dann, dann habe ich ja erst mal Freizeit!
Dass wir Mamis in dieser besagten „Freizeit“ einkaufen gehen, Wäsche waschen und bügeln, putzen, aufräumen, Arzttermine vereinbaren, Unterlagen organisieren, Essen kochen, Kuchen backen und andere nette Routinetätigkeiten erledigen dürfen (die ich persönlich auch nicht gerade aufregend finde!), dass kann Mausi natürlich nicht sehen und verstehen scheinbar schon dreimal nicht.
Abgesehen von den Taxidienstleistungen am Nachmittag, den Bespaßungsprogrammen für die Freundinnen, den Geburtstagsvorbereitungen und und und. Noch schöner finde ich persönlich ja, meine vielen Interventionsdienstleistungen täglich, allein dafür, dass wir abends nicht auch noch Verletze im Haus rumliegen haben.
Aber dieser Service ist ja schließlich im Service inbegriffen, kostenfrei versteht sich.

Nunja, mein liebes Töchterlein bleibt dabei, dass dies ganz normal ist und eben keine richtige Arbeit sei. „Arbeit“ ist nur, wenn jemand aus dem Haus geht, längere Zeit nicht da ist und dann mit Geld wieder nach Hause kommt.
Und was ist, wenn man „von zu Haus“ arbeitet, zum Beispiel vom Computer aus? Laut Nr.1 ist auch dies keine Arbeit, weil man ja -wie gesagt- zu Hause ist.

Ich merke also, dass ich hier nicht wirklich weiter komme (Pädagogik hin oder her) und vertage die Diskussion auf ein anderes Jahr ,o)! Und bis dahin mache ich mir viele Gedanken, wie ich meinen Töchtern besser vermitteln kann, dass auch und gerade der Haushalt eine „Arbeit“ ist! Und zwar eine, die wir jeden Tag brauchen, die wir nicht liegen lassen können, wenn es uns gerade passt (denn dann gäbe es einfach mal KEIN Frühstück). Ich war zwar der Meinung, dass ich in dieser Hinsicht schon viel Vermittlungsarbeit geleistet habe, doch da lag ich wohl kräfitg daneben ;o).
Es gibt also noch sehr viel zu tun für mich!

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