Papa und seine Ideen…

Neulich saßen wir beim Abendessen zusammen und jeder hat erzählt, welches Ereignis des Tages am Schönsten war. Da endlich auch mal wieder die Sonne schien und wir lange Zeit auf dem Spielplatz waren, sind wir irgendwie auch auf unseren Urlaub, das Meer und den Pool zu sprechen gekommen. Und aus heiterem Himmel fragt mein Mann in die Runde, wer Lust hat am nächsten Tag im Freibad schwimmen zu gehen? Unsere Mädels waren ganz aus dem Häuschen, diskutierten schon, wer was mitnehmen würde und wie oft sie tauchen und rutschen wollen. Nur ich sitze da und denke mir still: „ach her je, gerade erst habe ich die gesamte Urlaubswäsche gewaschen und gebügelt, die ganzen Bikinis und Badeanzüge

durch das Schonprogramm gejagt und all die Handtücher, Taucherbrillen und Schwimmhilfen fein säuberlich in unseren Kisten verstaut, wo sie bis zum nächsten Sommer auf uns warten können… Nun denn, mein Mann bemerkt meine „leicht“ zögerliche Freude und fügt schnell hinzu, dass wir ja anschließend noch essen gehen können. Jetzt sind endgültig alle aus dem Häuschen und ich freue mich mit und schwöre mir gleichzeitig, nur das NÖTIGSTE mit zu nehmen!
Am nächsten Tag werde ich schon ab 06:30 Uhr gelöchert, um wie viel Uhr wir denn endlich schwimmen gehen. Ich wiederhole immer wieder, dass wir erst nach dem Mittagessen los fahren können, denn es gibt noch einiges zu tun, da mein Ferienprogramm leider auch ein „bisschen“ Haushalt beinhaltet. Nach dem Essen gibt es allerdings kein Halten mehr: alle wollen los. Ok, ich fange an zu packen („nur das Nötigste“ sage ich mir immer wieder). Für jeden eine Badehose, drei Bademäntel, ein Handtuch für Papa und mich, ein Shampoo für alle zum Duschen, für jeden eine frische Unterhose, eine Flasche Wasser und ein Gläschen Obstbrei für Nr.4. Keine Snacks, keine Wechselbadehosen, keine Spielsachen, keine Schwimmreifen… Ich fühle mich komisch. Mit so wenig Sachen bin ich schon ewig nicht mehr losgezogen und ich bin selbst gespannt, wie es wohl wird.
Soweit so gut. Es ist 14:30 Uhr, fünf Frauen sind startklar, nur einer fehlt: Papa. Der Ideengeber! Innerlich gehe ich schon die Rachepläne durch und überlege, welcher passend wäre, denn ich stehe hier mit einer Meute kleiner Ladies, die jetzt immer lauter werden. Während ich versuche alle bei Laune zu halten, schicke ich Nr.1 los, ihrem Papa etwas Dampf zu machen, damit wir endlich los können. Einerseits ist das schon Strafe genug, denn sie kann sehr hartnäckig sein, auf der anderen Seite, kann dies bei unserem Hahn im Korb zu Stress führen und dies wiederum endet meist mit schlechter Laune. Das wäre auch nicht gerade von Vorteil.
Doch gegen 15:00 Uhr haben wir es tatsächlich geschafft und es geht los. Im Schwimmbad angekommen, stellen wir fest, dass es herrlich leer ist (Spätsommer eben) und wir praktisch freie Platzwahl haben. Ausserdem fällt mir siedend heiß ein, dass ich keine Schwimmflügel für Nr. 3 dabei habe, da diese auf Fuerteventura kaputt gegangen sind und ich es nicht für nötig empfunden hatte, gleich Neue zu kaufen. Mist. Aber der Bademeister kann mir weiterhelfen und wir können uns welche ausleihen. Glück gehabt.
Und während ich noch mit umziehen und eincremen von Nr.3 beschäftigt bin, sind die beiden Großen schon ins Becken gehüpft und schwimmen, planschen und haben eine Menge Spaß. Nach ungefähr einer Stunde ist allen kalt und die Mädels kuscheln sich in ihre Handtücher, während Mausi Nr. 4 selig im Kinderwagen schläft.
Und da kommen sie auch schon, die Fragen: „ Mami, ich habe Hunger, was hast du denn mitgenommen?“ „ Ich habe Durst, kannst du mir bitte ein Getränk geben?“ Das Entsetzen ist groß, als ich mitteile, dass ich nur eine Flasche Wasser mitgenommen habe, schließlich haben wir ja gut zu Mittag gegessen und gehen nachher noch Abendessen. Ungläubig sehen mich drei Augenpaare an und denken ich hätte einen Scherz gemacht. Nr. 1 fängt an die Badetasche zu durchsuchen, Nr. 2 nimmt sich meine Handtasche vor…. Doch als sie bemerken, dass es sich nicht um einen Scherz handelt, verfallen sie sofort in einen nörgelnden Ton und geben Papa und mir zu verstehen, dass dies eine Unverschämtheit sei. Schließlich haben sie Hunger und Snacks gehören zu einem Ausflug nun mal dazu. Papa erbarmt sich und geht am Kiosk einkaufen und die Laune bessert sich merklich wieder. Nach einer weiteren Stunde planschen wird es doch kühler und wir beschließen uns duschen zu gehen. Papa und Nr. 4 warten erst mal draußen und ich werde staunend betrachtet als ich mit drei Mädels in die Duschkabine ankomme und verzweifelt versuche einen Haken für unsere Bademäntel zu finden. Auf Grund der Fülle im Duschraum gehe ich nun militärisch vor und gebe genaue Anweisungen, wer was, wann zu tun hat. Bis auf kleine Zipperleins bezüglich des Schaums im Auge, schaffen wir es tatsächlich frisch aus dem Duschraum zu spazieren und uns eine Bank im Umkleideraum zu sichern. Auf Grund meiner Sparmaßnahmen beim Packen, habe ich auch keine Badeschlappen oder Crocs mitgenommen, was ich persönlich recht ekelig finde… Doch ich versuche meine „Sauberkeits- und Perfektionstussi“ im Kopf in ihre Schranken zu weisen und „fünfe gerade“ sein zu lassen. Schließlich bekomme ich in zwei Tagen meine neue Waschmaschine (juchhu) und werde einfach alles, was wir heute dabei hatten durchwaschen :o). Das beruhigt sogar mein Kopfkino und so stehen wir eine halbe Stunde später frisch vor Papa, der jetzt auch duschen gehen darf.

Nach einem wunderbaren Abendessen, das wir auf Grund der Müdigkeit aller Mäuse recht kurz gehalten haben, steigen wir wieder ins Auto und fahren nach Hause. Alle sind glücklich, hatten einen schönen Tag und fallen erschöpft in ihre Betten.
Und ich denke mir, dass ich meine Bedenken öfter hinten anstellen sollte und bin meinem Mann dankbar für seine „spontanen Ideen“ ;o)

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