Ich bin sauer…

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Ich bin sauer, stocksauer. In mir ist alles auf „Attacke“ gepolt, denn Nr.3 hat es einfach übertrieben. Maßlos übertrieben.
Die Sonne scheint und wir sind noch mal ins Schwimmbad gefahren, hat ja letzte Woche so toll funktioniert. Diesmal leider nicht, war ja klar.

Papa ist mit den zwei Großen im Schwimmerbecken, ich übernehme Nr. 3 im Babybecken, stelle aber fest, dass Nr. 4 etwas zu essen braucht. Also zurück an den Platz, die nassen Sachen und Schwimmflügel ausziehen, ins Handtuch wickeln und Brezelchen in die Hand geben.  Mein Handy klingelt, L’tur ist dran, wegen der Umbuchung für den Wochenendtrip meiner Eltern. Passt zeitlich gerade voll rein.
Ich drehe mich kurz zu Mausi Nr. 4, um ihr etwas Obstbrei rein zu schieben, als ich bemerke, dass Nr. 3 fehlt. Weg, einfach weg, nackig, OHNE Schwimmflügel (sie kann gerade mal planschen).
L’tur schlägt mir gerade verschiedene Umbuchungsmöglichkeiten vor. 
Mein Blick saust von A nach B, nichts, ah doch da, im Wasser, das passt. Der Snack für Nr. 4 muss Pause machen. Ich spurte sofort los, packe Madame am Arm und laufe zum Platz zurück. Suche den Papa dieses Kindes, was offensichtlich gar nicht mir gehören kann! Ich erkläre Frau L’tur, dass ich gerne die zweite Option in Anspruch nehmen möchte. Ah da ist mein Mann. Ich gebe wilde Handzeichen, laufe mit der L’Tur Dame am Ohr und einem schreienden Etwas neben mir hin und her. Licht in Sicht. Der Wochenendtrip meiner Eltern ist umgebucht und ich verabschiede mich so höflich ich kann. Mein Mann kommt und fragt was los ist. Es ist laut, ich bin laut, was für eine blöde Idee ins Schwimmbad zu gehen. Außerdem hat sich noch ein Freund mit seinem Sohn zu uns gesellt, toll, jetzt muss ich mich zusammen reißen, ist aber eh schon zu spät.
Ich schnapp mir den Kinderwagen, wühle wie wild in meiner Tasche und wiederhole immer wieder, dass Nr. 3, 4 und ich jetzt gehen. Es reicht, so geht es nicht weiter.
Mein Mann schnappt sich den Schreihals, hält mich fest und redet pausenlos auf mich ein. Ich soll doch bitte, bitte bleiben. Aber in mir tobt alles und ich will unbedingt ein Zeichen setzen, damit Nr. 3 versteht, dass ich es ernst meine! Die Sache mit der Autorität und so.
Um nun nicht völlig blamiert dazustehen (vor wem eigentlich?, egal), laufe ich energischen Schrittes wenigstens bis zum Ausgang. Hier werde ich erneut von meinem Mann abgepasst – Nr. 3 immer noch auf dem Arm – und regelrecht beschworen zu bleiben. Blöderweise habe ich die Chips (um aus dem Bad wieder raus zu kommen) in der Schwimmbadtasche gelassen und ärgere mich jetzt noch mehr. Hilft aber alles nix, ich komme nicht raus; weder aus dem Schwimmbad, noch aus der verfahrenen Situation.
Ich weiß gar nicht was ich schlimmer finde! Dass ich wie von der Tarantel gestochen auf und ab maschiert bin und immer wieder gesagt habe, „ ich gehe jetzt nach Hause“ oder die Tatsache, dass Nr. 3 mal wieder macht was sie will.
Zurück an unseren Platz laufen mag ich auch nicht, viel zu peinlich! Und von Nr. 3 brauche ich jetzt Abstand.
Also verkrieche ich mich alleine in die hinterste Ecke des Schwimmbad-Cafés und versuche mich mit Orangina und Cappucino zu beruhigen. Gelingt zwar nicht wirklich, aber der „Attacke-Stimmen“ werden wenigstens leiser und ich schnaube nicht mehr ganz so laut vor mich hin :o).

Eine halbe Ewigkeit später, wandere ich zurück zu unseren Handtüchern, komme mir dabei richtig blöd vor. Ich versuche das Beste draus zu machen, mal sehen, lachen hilft immer.
Aber die Racheliste, wenn Nr. 3 mal 14 oder 15 Jahre alt ist, die ist seit diesem Nachmittag, um ein paar Punkte länger geworden…

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