Die Sache mit dem Flohmarkt

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Ich hatte mir ja geschworen NIE wieder auf einen Flohmarkt zu gehen, um dort zu verkaufen, da ich in dieser Hinsicht schon sehr!!! viele Erfahrungen sammeln durfte/ musste, doch ich habe es tatsächlich wieder getan! Denn irgendwie wollte ich all unsere gesammelten Kleider, Hosen, T-Shirts, Jacken, Röcke, Bikinis, Stillkissen und Schlafsäcke auch nicht einfach so sang und klanglos in der Altkleidertonne verschwinden lassen.

Also habe ich mir gedacht, wenn ich schon dahin gehe, dann verkaufe ich nicht nur die Sachen, die Mausi Nr. 4 schon nicht mehr passen, sondern auch noch all die Teile, die mir an Nr. 1 – 3 nicht mehr oder noch nie gefallen haben. Somit ist ein buntes Sammelsurium an Größen entstanden. Und ich habe bestimmt drei Vormittage im Keller verbracht, um all die Flohmarktschätze zu sortieren. Was kann verkauft werden? Was verschenkt? Wer braucht noch was aus unserem Freundeskreis und was spende ich dem Kindergarten?

Dann, endlich der ersehnte Anmeldezettel im Schulranzen von Nr. 1… Jetzt hieß es schnell sein und besagte Kontaktadresse anrufen, sonst würden die besten Plätze (aus marketingtechnischer Sicht) bereits weg sein. Das wäre ja fatal ;o). Doch ich hatte Glück und bekam zwei Tische direkt im Eingangsbereich, das gefiel mir. Da so ein Flohmarkt viel mehr Spaß macht, wenn man zu zweit hingeht, habe ich meine Freundin gleich mit angemeldet. Denn eigentlich hatten wir beide nur eine einzige Mission: der Keller muss wieder begehbar werden!

Und so stieg unsere Vorfreude von Tag zu Tag und vor lauter Mission und Freude, packte ich immer mehr Sachen dazu, in der festen Überzeugung, dass ich diese Dinge nun nicht mehr brauchen würde und sie ruhigen Gewissens verkaufen konnte.
So, jetzt war noch die Organisation für die lieben Kleinen zu regeln: der Flohmarkt war Sonntags. Um 13:00 Uhr war Einlass für die Verkäufer. Meine Babysitterin (die ich über alles liebe :o)) konnte aber erst Punkt 13:00 Uhr bei uns sein, gut. Äh nein nicht gut, man sollte bei einem Flohmarkt immer etwas früher da sein, denn dort herrscht schließlich hartes Ellbogenverhalten und es ist von großem Vorteil unter den ersten Anwesenden zu sein.
Glücklicherweise waren bei meiner Freundin Oma und Opa für die Kinder da, so dass wenigstens sie pünktlich zur Startzeit an der Turnhalle sein konnte und ich dann einfach eine Viertel Stunde später ankommen würde. Super, das war auch geklärt. Es konnte also los gehen.

Endlich Sonntag! Mir schoss es morgens blitzschnell durch den Kopf, dass ich ein Parkplatzproblem bekommen würde, wenn ich dort erst eine viertel Stunde später auftauchte. Und außerdem würde ich somit auch weniger Zeit für den Aufbau meines Standes haben, dass hieß, die Sachen sollten schon geordnet in den Taschen liegen, dann musste ich sie nur noch platzieren. Das hieß wiederum, dass meine Kinder den Sonntagvormittag möglichst viel in ihren Zimmern spielen sollten, damit ich überhaupt das ganze Zeug sortieren konnte. Und das hieß wiederum: Bestechung mit Süßigkeiten! Naja auch wurscht, Hauptsache die Verkaufszahlen stimmten!
Und endlich war es 13:00 Uhr! Ich sauste los – zu Fuß (da ich das Auto noch am späten Vormittag auf dem Parkplatz der Schule abgestellt hatte) – holte alles aus dem Kofferraum und maschierte schwer bepackt Richtung Eingangshalle. Es erwartete mich eine riesige Schlange mit unzähligen Menschen, Taschen, Koffern und Kartons. Insgeheim freute ich mich ein bisschen, dass ich einfach vorbei laufen konnte, da meine liebe Freundin ja schon rechtzeitig angestanden war und alles für uns erledigt hatte. Gemein, ich weiß… ich schäme mich auch ein wenig dafür.

Ich entdeckte meine Freundin, die schon mitten am sortieren, auspacken und drapieren war. Damit legte ich dann auch direkt los und war doch tatsächlich noch eine viertel Stunde vor Start fertig. Übrigens bin ich selbst mein bester Kunde :o), denn jedes mal entdecke ich Dinge in meinen Flohmarkt-Tüten, die ich dann doch lieber behalten möchte oder die ich schon vermisst habe. Und somit wanderte ein Teil meiner „Ware“ wieder in meiner Tasche, die ich mit nach Hause nahm. Immerhin hat dies schon Tradition.
So, jetzt drückte ich mir nur noch die Daumen, dass auch wirklich viele Leute kommen würden, sonst war die ganze Vorbereitungszeit und -arbeit für umsonst gewesen.
Ich redete noch mit dem ein oder anderen und merkte plötzlich, dass es immer voller wurde. Oha, die Tore waren aufgegangen, schnell zurück auf meine Position, denn es ging los.

Und da waren sie wieder, meine lieben Mamis und Papis, Omas und Opas, Schwangeren und Nichtschwangeren, Freundinnen und Freunde: alle auf der Suche nach dem ultimativen Schnäppchen!!!
Mit den Jahren habe ich gelernt, dass es zwei Sorten von Flohmarkt-Käufern gibt: die einen, die einfach weiter gehen, wenn ihnen der Preis zu hoch erscheint und die anderen, die dann ewig rum handeln, bis man selbst keine Lust mehr hat und einfach aufgibt. Auch dieses Mal wurde ich nicht enttäuscht.
Meine Flohmarkt-Kontra-Stimme wurrde plötzlich ganz laut, als eine Dame glaubte, sie müsste mich beim Angebot von  einem Euro für ein Longsleeve noch runterhandeln. Die Flohmarkt-Pro-Stimme erklärte der Frau höflich, dass dies kein Verhandlungspreis war. Diese erklärt mir dann, dass wir hier aber auf einem Flohmarkt wären und der lebe nun mal vom Handel. Dank meiner langjährigen Erfahrung erklärte ich ihr wiederum, dass aber 90% der Flohmarkt -Käufer nicht handeln würden und ich mich auf Grund dessen entschieden hätte, erst gar keine Verhandlungspreise mehr anzubieten. Es gibt natürlich Mengenrabatte bei mir und ich bin durchaus bereit einen Nachlass zu geben, wenn wir über Preise zwischen 8 – 15 € verhandeln. Aber bei einem Euro für ein Longsleeve ist leider kein Spielraum mehr drin. Jetzt war die Dame irritiert… 
Gott sei dank war mein Stand sehr gut besucht und ich hatte genug zu tun mit all den anderen Käufern. Und irgendwie schien ihr das Longsleeve doch so gut zu gefallen, dass sie letztendlich diesen 1€ aus ihrer Tasche zückte. Meine Kontra-Stimme wurde leiser und ich wünschte der Dame viel Spaß damit.

Als ich das nächste Mal wieder auf die Uhr guckte, waren schon eineinhalb Stunden vergangen, die Zeit war wie im Flug davon gesaust und ich war nur mit Preise nennen, verhandeln, Geld annehmen, Geld rausgeben, freuen und ärgern beschäftigt.

Und allen Kontra-Stimmen zum Trotz („die ganze Sortiererei im Vorfeld“, „die Leute wollen alles nur noch geschenkt haben“, usw.) hat es mir richtig viel Spaß gemacht. Und ein paar Euros sind auch wieder in meiner Tasche gelandet. Alles in allem doch ein schöner Erfolg :o)

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