Nein danke, ich möchte keine Tüte….

Jutebeutel

Bild: von JOllify

Mein Beitrag zu Umweltthemen ist leider nicht mehr ganz so groß, wie er mal war, schon alleine durch den immensen Verbrauch an Pampers und Feuchttüchern. Ich konnte mich unglücklicherweise bei keiner einzigen unserer Mädels dazu durchringen, die guten und umweltfreundlicheren Stoffwindeln zu verwenden, denn allein die Vorstellung, die diversen „Stinker“ nicht nur vom Popo kratzen zu müssen, sondern auch noch aus einer Windel waschen zu dürfen, haben mich irgendwie abgeschreckt. In den ersten Monaten ist das ja alles noch ganz niedlich und riecht auch noch nicht soooo stark, aber die Erfahrung hat mich gelehrt, dass sich dieser Zustand stark verändert. Es gab auch Tage in meinem Leben (insbesondere wenn ich wieder schwanger war), da habe ich mir erst mal japanisches Heilöl unter die Nase gerieben, bevor ich Mausi die Windel gewechselt habe… Dann lieber das brennende Gefühl unter der Nase, als dieser – na sagen wir mal – „intensive“ Geruch.
Ich ziehe also den Hut, vor all den Stoffwindelbenutzern!

Doch auch in Bezug auf Essensreste, Klopapierverbrauch, feuchtes Toilettenpapier und Taschentücher gibt es wirklich sehr starken Verbesserungsbedarf in unserer Familie. Dennoch möchte ich wenigstens einen kleinen Beitrag für die Umwelt leisten und deshalb habe ich mich entschieden, KEINE PLASTIKTÜTEN mehr zu verwenden, weder im Supermarkt, noch in der Stadt, noch sonst wo. Nur beim Restmüll und gelben Sack habe ich noch keine brauchbare Lösung gefunden… aber ich arbeite daran! Immerhin versuche ich so viele Lebensmittel wie möglich, ohne Plastikverpackung zu kaufen und ansonsten diese Verpackung direkt im Einkaufsmarkt zu entsorgen.

Diese Entscheidung des Plastiktütenlosen-Einkaufens hat mich doch schon hin und wieder in Situationen geführt, die für Außenstehende mit Sicherheit lustig aussahen :).
Zum Beispiel, als ich mit meiner Mami und den Mädels in der Stadt war, um die Winterstiefel zu  kaufen. Es gibt zwei Schuhgeschäfte in die ich immer gehe, um dort nach geeigneten Modellen zu suchen. Ist ja gar nicht so einfach, denn die eine hat schmale Füße mit hohem Spann, die andere eher breite Füße und die dritte hat eine schmale Verse. Es gibt also viel zu tun, wenn wir los ziehen. Und natürlich gibt es gute Beratung UND schöne Schuhe NICHT in einem Laden! Das ist ja klar, also gehe ich erst mal in den Laden mit der guten Beratung, jedoch ist hier die Auswahl wirklich Bescheiden, so dass wir meist nur für eine Mausi etwas finden. Und dann heißt es auf zum nächsten Laden, mit sehr bescheidener Beratung, dafür riesengroßer Auswahl. So weit so gut. An besagtem Tag, geht also glücklicherweise meine Mami mit, so dass ich mich ein bisschen mehr auf die Füße meiner Kinder konzentrieren kann. Wir hatten also schon ein paar Schuhe ergattert und schön OHNE Plastiktüte, im Kinderwagen unten drin verstaut. Dann ab in den nächsten Laden, um dort fest zu stellen, dass die Modelle für Nr. 1 im ersten Laden doch besser waren! Ok, wieder zurück mit Nr. 1 im Schlepptau, den Rest der Mannschaft (Omi und Nr. 2, 3 und 4) lasse ich schon mal Richtung Parkhaus vorlaufen.
Wir gucken uns also noch mal um und entdecken zu den Winterstiefeln noch ein Paar Übergangsschuhe sowie Schneeschuhe für Nr. 3, die stark reduziert waren. Ok, dann halt alle drei Paar Schuhe, dann habe ich wenigstens Ruhe bis März, hoffe ich zumindest…
Nr. 1 und ich spazieren freudig an die Kasse und werden natürlich gefragt, ob wir die Kartons benötigen. „Nein, vielen Dank und ich möchte auch keine Tüte.“
„Sind sie sich sicher?“.
„Ja“, sage ich, “ ich verwende keine Plastiktüten mehr, vielen Dank“.
ZACK, in dem Moment fällt mir ein, dass sich mein Kinderwagen mit Oma ja schon auf dem Weg zum Parkhaus befindet und ich nun sechs einzelne Schuhe bis dorthin jonglieren darf. Zu allem Überfluss ist die Stadt auch noch gerammelt voll! Passt ja wieder alles zusammen, Glück muss man haben :).Hilft also alles nix, ich sehe aus, als hätte ich einen Laden überfallen und schlängele mich nun mit meinem Töchterlein durch die Menschenschlangen und überlege dabei fieberhaft, ob die Idee mit dem Plastiktütenlosen-Leben so gut war…

Doch ich bleibe überzeugt und versuche jede noch so kleine Möglichkeit ohne Tüte aus zu kommen. Wenn ich mal wieder im Supermarkt bin und meinen Korb vergessen habe, dann stopfe ich eben alles in meine Handtasche – diese ist ja ohnehin riesig, schließlich müssen hier die persönlichen Dinge von FÜNF Frauen rein passen!

Im Supermarkt ist es hin und wieder auch recht lustig, da bei mir die Pilze, Karotten, Äpfel, Gurken, Radieschen, Kiwi, Bananen und Paprika fröhlich übers Laufband purzeln. Allerdings kann die Kassiererin darüber meistens nicht lachen, denn dadurch wird ihr Band manchmal schmutzig… das tut mir auch leid, aber so lange es keine Papiertüten im Obst- und Gemüseregal gibt, bleibt mir ja leider gar nichts anderes übrig. Selbst auf dem Markt bekomme ich soviel in Plastiktüten verpackt… Deshalb habe ich jetzt beschlossen mich mit schicken Jutebeuteln zu bewaffnen! In Berlin ist das ja schon lange der letzte Schrei :).

Allmählich gewöhne ich mich daran und es fühlt sich gut an, wenigstens einen ganz ganz kleinen Beitrag leisten zu können. Als nächstes sind die Feuchttücher dran, oder doch lieber noch ein bisschen warten?

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