Ein paar Wochen später…

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Juchhu, wir sind alle wieder gesund und ich freue mich über jeden weiteren Tag, den wir ohne Zipperlein genießen können.  Es hat tatsächlich einige Tage gedauert, bis sich meine jüngste Mausi von ihrer Lungenentzündung erholt hat und auch der damit verbundene Schnupfen und die Bindehautentzündung verebbt waren. Aber wir haben es geschafft und alle haben sich liebevoll um Nr. 4 gekümmert. Allerdings habe ich auch nicht mehr zugelassen, dass irgendjemand sie anfasst, anniest oder anhustet. Etwas übertrieben, aber nach so vielen schlaflosen Nächten, hatte ich einfach keine Lust mehr auf weitere Infekte.
Mausi durfte auch mehrere Tage nicht mehr aus dem Haus, zumindest so lange bis der Husten besser wurde. Und nach den Ferien, habe ich meinen ganzen Mut zusammen genommen, in der Kita angerufen und Bescheid gegeben,
dass meine kleine Dame noch eine weitere Woche zu Hause bleiben wird, damit sie wenigstens mal zwei Wochen am Stück gesund ist. Zugegeben, das ist nicht gerade förderlich im Prozess der Eingewöhnung und ich habe mit viel Gegenwind gerechnet, aber ich war natürlich gewappnet und hatte mir im Kopf schon alle möglichen Argumente parat gelegt. Doch wie so oft, wenn ich bestens gewappnet gegen den „Rest der Welt“ antrete :), erwartet mich Verständnis und das Gespräch verlief viel harmonischer als gedacht. Puh, ich war erleichtert!
Ja und seit ein paar Tagen sind wir nun wieder dabei und unsere Jüngste ist vormittags eine Stunde in der Kita. Ich genieße derweil meinen zweiten Kaffee ganz allein zu Hause, ein bisschen komisches Gefühl nach so vielen Wochen und Monaten der permanenten Zweisam-, Dreisam-, Viersam- oder gar Fünfsamkeit, aber irgendwie fühlt es sich auch gut an. Es ist so unglaublich ruhig wenn ich dann zu Hause bin und ich vermisse doch tatsächlich meine Ladies! Also irgendetwas stimmt nicht mit mir!!! :). Ich bin scheinbar ambivalent oder ticke nicht ganz richtig oder was? Denn es gibt ja auch die Tage, an denen ich Nr. 2und 3 vom Kindergarten abhole und mich schon nach fünf Minuten frage, ob ich sie nicht einfach wieder zurück bringen kann? Und dann frage ich mich auch, warum der von mir ausgewählte Kindergarten SCHON um 14:00 Uhr schließt??? 20:00 Uhr wäre doch auch ok… Ich sage ja, mit mir stimmt was nicht 🙂

Auch unsere „Schnnullerladie“ hat es tatsächlich geschafft! Sie benutzt seit genanntem Tag keinen Schnuller mehr, weder tagsüber noch nachts. Ich wurde zwar noch drei Abende lang lauthals beschimpft und angemotzt, doch irgendwie schlief Nr. 3 unter viel Getöse dann doch ein! Wir haben es geschafft! Wieder ein Schrittchen in Richtung „Größer werden“ gemacht. Ich bin glücklich, dass ich durchgehalten habe.

Apropos Durchgehalten… Ich muss ja sagen, ich bin ein großer „Ratgeberleser-Fan“ und obwohl ich nach vier Kindern, das ein oder andere auch schon weiß, vertraue ich mir nicht so ganz und lese lieber noch mal nach – in Zeitschriften oder Büchern. Vieles was dort geschrieben steht, kann ich aus meiner Praxis auch bestätigen. Kommt natürlich auf den Ratgeber (ich bin großer Jesper Juul Fan) und die persönliche Familiensituation an, doch ich finde stets gute Anregungen, beziehungsweise denke dadurch über meine eigenen Verhaltensweise nach. Und das ist doch schon ein erster Schritt. Allerdings ist mir aufgefallen, dass ein Punkt für mich viel zu kurz kommt: die Gefühlswelt der Eltern.
Um bei dem Beispiel mit dem „Schnuller-Entzug“ zu bleiben… Klar haben Kinder den Dreh raus, wie sie mit Geschrei und Weinen ihre Eltern doch so weit bekommen, dass diese ihnen wieder den Schnuller geben, das geliebte Auto kaufen oder sonst etwas tun. Und ja, ich weiß, dass ich dann durchhalten muss, beziehungsweise konsequent sein muss, um das gesteckte Ziel zu erreichen. Doch da steht nirgends wie sich dieses „Durchhalten“ ANFÜHLEN kann. Nämlich meistens schrecklich :). Es ist nicht so einfach in die großen verheulten Augen seines Kindes zu blicken und ihm dabei mit konsequenter Stimme zu sagen, dass es seinen geliebten Schnuller ab heute nicht mehr haben kann. Oder was ist, wenn ich selbst mal schlecht drauf bin? Und gar keine Nerven habe im „ruhigen“ Ton meinem Kind zum x-ten Male zu erklären, dass wir nach dem Pipi – Machen die Hände waschen, JEDESMAL! Dann werde ich laut – das finde ich selber blöd, aber so ist es nun mal. Ich bin ohnehin ein emotionaler Mensch, ich kann per se gar nicht in jeder Situation ruhig bleiben, schon dreimal nicht, wenn ich zuwenig geschlafen habe. Und dann? Dann haben wir den Salat. Dann fühle ich mich nicht mehr so gut. Dann kommen sie, die Selbstzweifel und Fragen: warum habe ich das Ganze nicht in ruhigem Ton gesagt? Wieso habe ich überhaupt etwas dazu gesagt? Wie hätte die Situation anders verlaufen können? Und was sagen meine lieben Ratgeber dazu? Mmh, die meisten Tipps und Beratungen enden in der Regel nach der Beschreibung des Problems! Ja Mensch, da müsste es doch eigentlich erst losgehen. Zum Beispiel: wie viele Tage dauert es ungefähr, bis die gewünschte Verhaltensänderung eintritt? Wie motiviere ich mich in dieser Zeit? Und was mache ich, wenn mein Kind auch nach Tagen, die Sachlage völlig anders sieht als ich? Was mache ich, wenn da noch ein oder zwei weitere Kinder sind, die ja zweifelsohne auch ihre „Wachstumsphasen“ und Anliegen haben. Nun, ich finde, da wird es dann recht dünn in der Welt der Ratgeber :). Oder ich habe mich noch nicht tief genug eingearbeitet? Oder vielleicht schon zu tief?

Das lustige ist ja, dass ich mir selbst nicht anmaßen würde, Tipps und Ratschläge zu geben, außer man fragt mich ganz explizit danach. Ich mache das unheimlich gerne, doch selbst dann, wenn ich gefragt werden, beschreibe ich eigentlich nur, was bei mir ganz gut funktioniert hat und was eben nicht. Besser gesagt, was sich für mich ganz gut ANGEFÜHLT hat und was eher nicht. Denn, wenn ich eins gelernt habe: JEDES KIND IST ANDERS :). Und jeder steckt ja in einer anderen Lebenssituation, das fängt schon damit an, wie man selbst groß geworden ist, was man daran gut fand, was eher weniger. Dann geht es weiter mit dem Partner, der hat ja auch Vorstellungen und Ideen, welche Werte er weitergeben möchte und auch er hat eine eigene „Erziehungsgeschichte“ hinter sich. Und dann kommt der Alltag dazu. Welche Methoden und Rituale passen überhaupt in meinen Alltag? Welche nicht? Bei mir hat es beispielsweise lange gedauert, bis mir klar geworden ist, dass ich viele Wochenendaktivitäten ohne meinen Mann unternehmen werde, da das klassische Wochenende Papas „Arbeitswoche“ ist… Noch länger hat es gedauert, bis ich dies meinen Kindern vermittelt hatte. Unglaublich gefreut habe ich mich, über viele liebe Einladungen von Freunden, die mich auch „ohne“ Mann am Wochenende auf Ausflüge und andere Unternehmungen mitgenommen haben und dabei stets auch ein Auge auf meine Kinder hatten. Und ja, mittlerweile haben wir einen – für uns als Familie – guten Weg gefunden, welche Aktivitäten wir zusammen und welche mal getrennt machen. Doch dieses „mittlerweile“ hat eben gedauert und hat sich teilweise nicht gut angefühlt, wie das manchmal so ist im Leben. Und wie ich dieses „mittlerweile“ gestalten kann, das vermisse ich in meinen heiß geliebten Büchern und Zeitschriften.

Mensch, jetzt wollte ich doch nur kurz über „ein paar Wochen später“ berichten und dann ist so etwas bei raus gekommen. Interessant, welche Wörter und Gedanken aus meinem Kopf gesprudelt sind und sich in diesen Beitrag eingemischt haben :).

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