Krautwickel à la Mami

Meine Mami war zu Besuch und hat uns eine RIESENGROSSE Freude gemacht: selbst gemachte Krautwickel. Also eigentlich nur für ihren Schwiegersohn – gemein oder? – da er diese soooo gerne isst und ich noch nie dazu gekommen bin, ihm diese auch mal zu kochen. Aber dieses Gericht ist auch wirklich zeitintensiv und zählt zu den Aufwendigeren und in Anbetracht unserer Mannschaftsaufstellung zu Hause, habe ich bisher nicht die Zeit gefunden und deshalb einfach so getan, als wüsste ich nicht so richtig, wie es geht 😉 .

Nun ja, das kann ich nun nicht mehr sagen, denn meine Mami war so lieb und hat mir SCHRITT für SCHRITT gezeigt, wie Krautwickel zubereitet werden… Und zwar MIT meinen Mäusen im Hintergrund! Unsere Omi zählt glücklicherweise zu den top-fitten Oma-Modellen 🙂 . Und das weiß ich wirklich sehr zu schätzen. Denn ganz ehrlich, es gibt Tage und Stunden, da wäre ich ohne die aufbauenden Worte und die viele liebevolle Unterstützung meiner Mami, ganz schön aufgeschmissen gewesen. Diese grenzenlose Geduld und Liebe ihren Enkeln gegenüber, ist das größte Geschenk, das sie mir je machen konnte.
Danke, danke, danke…

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Meine Mami und ich

Aber wieder zurück zu meinen Krautwickeln… Jetzt gibt es wirklich keine Ausrede mehr für mich, dieses wunderbare Gericht in unser Kochprogramm aufzunehmen.

Ich persönlich finde die Mithilfe meiner Töchter in der Küche ja oft anstrengend, denn dadurch dauert alles irgendwie länger, mal davon abgesehen, dass meine Küche, gar nicht mehr nach Küche aussieht… Aber meine Mami, scheint das alles nicht zu stören. Im Gegenteil sie freut sich über die kleinen Helferlein und erklärt dabei noch fleißig, wie was zu vorzubereiten ist. Hauptsache alle haben Spaß!

Also, als erstes gehen meine Mädels mit der Omi einkaufen und besorgen all die leckeren Zutaten (ca. 12 Stück) und ich habe dadurch eine Stunde PAUSE, das war MEIN persönliches Highlight am Essen 😉

1 Kopf Weißkohl
125 Zwiebeln
50 g Butterschmalz
500 g Hackfleisch
1 Eßl. Senf
Muskatnuss
Tomatenmark

Nachdem alle wieder eingetrudelt sind, möchte Nr.1 doch lieber spielen gehen (wahrscheinlich ahnt sie schon, dass Arbeit auf sie zukommt), Nr. 2 will auf jeden Fall mit kochen, Nr. 3 ist noch unentschlossen und Nr. 4 wuselt ohnehin ständig in der Küche umher und räumt die Schränke aus. Das kann ja heitere werden…

Als erstes kommt der anstrengende Teil: den Kohl putzen (das geht ja noch) und dann den Strunk HERAUSSCHNEIDEN – nicht so einfach, aber selbst ich habe es geschafft (obwohl ich doch nur Mousse au Chocolat in den Armen habe).

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Dann den Kohl im Salzwasser blanchieren, so dass sich die ersten Blätter lösen lassen. Den Kohlkopf herausnehmen (das heiße Wasser im Topf aufbewahren, da es noch mal benötigt wird) und die Blätter – so weit es möglich ist – abnehmen. Sobald man bemerkt, dass die Blätter sich nur noch schwer lösen lassen, den Kohlkopf wieder zurück ins heiße Wasser legen und weiter blanchieren lassen. Diese Prozedur so lange wiederholen, bis man die gewünschte Menge Blätter (ca. 24 Stück) zusammen hat, beziehungsweise die Blätter zu klein zum Wickeln werden. Den übrigen Kohl klein schneiden, würzen und in einer Pfanne
kurz (5 Minuten) anbraten.

In der Zwischenzeit das Hackfleisch mit Salz, Pfeffer, Zwiebeln, Muskat und Senf würzen.

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Jeweils 2 Kohlblätter aufeinander legen, dann eine kleine Menge des gewürzten Hackfleischs darauf verteilen und zu kleinen Päckchen rollen. Diese werden dann mit Zahnstochern oder Schaschlikspießen fest gesteckt.

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Diesen Teil des Kochens durfte übrigens Nr. 2 fast alleine übernehmen (lediglich beim festzurren des Krautwickels haben wir geholfen) und war dementsprechend mächtig stolz. Das hat wiederum dazu geführt, dass sie tatsächlich auch ZWEI Krautwickel aufgegessen hat, was für meine Mausi wirklich viel ist. Na also, geht doch 😉 .

Sobald alle Krautwickel fertig „gepackt“ sind, werden diese kurz in Butterschmalz, in der Pfanne angebraten, bis sie rundherum goldbraun sind. Anschließend werden die Wickel in eine Auflaufform gelegt und bei 200 Grad, für 25 – 30 Minuten „weitergebraten“. In der Zwischenzeit bastelt man aus dem kleingeschnittenen Kohl, dem Kohlwasser, einer guten Portion Tomatenmark, Salz und Pfeffer eine schöne Soße, mit der die Krautwickel – nach den besagten 30 Minuten – übergossen werden.

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Das ganze schmort dann eine weitere Stunde im Backofen vor sich hin. Und SCHON sind die Krautwickel fertig 😉 .

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Mausi Nr. 2 hatte auf jeden Fall eine Menge Spaß und Nr. 4 hat in dieser Zeit, tatsächlich die gesamte Brotbox- und Plastikschüssel-Schublade auseinander genommen – ohne, dass jemand großartig darauf geachtet hätte.

Und unser Mann im Haus? Der konnte gar nicht fassen, dass seine Schwiegermami, ihn mit solch einer Köstlichkeit überrascht hat. Liebe geht halt doch durch den Magen 😉

Guten Appetit, meine Lieben…

Ein Gedanke zu „Krautwickel à la Mami

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