Nr. 4 zieht aus, Nr. 1 und 2 ziehen um und das Chaos zieht kurzfristig ein…

Vor ein paar Wochen hat es mich gepackt und ich habe beschlossen, dass Nr. 4 nun lange genug mit uns im Schlafzimmer übernachtet hat. Ich kann mich um ehrlich zu sein gar nicht erinnern, dass überhaupt eines meiner Mäuse sooooo lange mit mir das Bett „teilen“ durfte, doch bei meinem Hascherl war ich irgendwie großzügiger. Aber jetzt war er da, dieser innere Drang nach Veränderung und dies ist stets ein Zeichen für mich, dass ein weiterer Schritt in Richtung „Selbständigkeit der Jüngsten“ ansteht.

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Das Problem ist nur, dass mit dem Auszug von Nr. 4 aus dem Schlafzimmer, ein Einzug ins bestehende Kinderzimmer ansteht, in dem ja bisher Nr. 1 – 3 geschlafen haben. Das heißt wiederum, das Nr. 1 und 2 ein neues Zimmer bekommen, obwohl Nr.1 bereits ein eigenes Kinderzimmer hatte, indem sie aber nicht geschlafen hat, sondern es NUR tagsüber zum Spielen nutzte. Allerdings ist besagtes Kinderzimmer von Nr. 1 viel zu klein, um auch Nr. 2 darin unterzubringen. Das wiederum bedeutet, dass Nr. 1 und 2 in unser bisheriges gemeinsames Arbeitszimmer (ein Traum von Zimmer) ziehen müssten und somit die „Elternetage des Hauses“ vereinnahmt wird. Und diese Idee fand ich anfangs gar nicht mal so dolle… Es fühlte sich eher wie ein Einschnitt in meine Privatsphäre an 😉 .
Die nächste Herausforderung: Frau Rath mag es gerne KOMPLIZIERT, wenn es um eine neue Zimmergestaltung geht, so mit „Raum -Farb – und Möbelkonzept“… Mit allem drum und dran eben. Von der Wandgestaltung bis hin zur idealen Möbelaufteilung… alles will durchdacht sein und zwar für jedes Zimmer, inklusive Keller 😉 . Deshalb hat es mit dem Auszug auch viiiiiiiel länger gedauert, denn irgendwie wollte die zündende Idee nicht so richtig überspringen. Davon abgesehen waren so viele Fragen in meinem Kopf: wie teilen wir die Räumlichkeiten auf? Welche Wandfarbe passt längerfristig zu meinen zwei großen Mädels? Welche Möbel kaufen wir dazu, welche können wir noch verwenden oder in anderer Form einsetzen? Wie „trenne“ ich das Zimmer und kann trotzdem noch genügend Raum für Gemeinsamkeit lassen? Und wie um alles in der Welt, soll ich unser großes Arbeitszimmer halbieren und dabei trotzdem arbeitsfähig bleiben?

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Nun ja, nach vielen durchgrübelten Nächten und einigen Zeichnungen später, hatte ich dann einen Plan! Juchhu… Endlich. Endlich hatte ich eine Idee, wohin ich, welche Möbel stellen könnte. Zwei, drei Sachen müssten wir neu kaufen, das ein oder andere Möbelstück verkaufen, doch nach und nach fügte sich alles zu einem tollen Bild in meinem Kopf zusammen. Supi, es konnte also losgehen.
Ich muss noch dazu sagen, dass eine ganz liebe Freundin von mir, vor ungefähr zwei Jahren, ein spitzenmäßiges Farb- und Möbelkonzept für das Kinderzimmer von Nr. 1 entworfen hatte, für das ich ihr immer noch unendlich dankbar bin. Denn dadurch wusste ich wenigstens in Hinsicht Farbgestaltung GENAU, was ich haben wollte.  Eigentlich dachte ich ja auch, dass mit dem damaligen Kinderzimmer für Nr. 1, sämtliche Umbautätigkeiten im Haus abgehakt wären, doch dank unseres Überraschungsmäuschens Nr. 4, hatte ich ja nun die Möglichkeit, mich noch mal so richtig schön zu verwirklichen. Yippieh.

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Also, auf in die Möbelhäuser zur Überprüfung meiner Ideen, zur weiteren Inspirationsfindung und dem schönsten Teil: der BESTELLUNG. Doch Schock!!! Meine online ausgewählten Modelle, sahen in Realität gar nicht mal so filigran und schön aus, wie ich mir das ausgemalt hatte. Mist, jetzt konnte ich noch mal von vorne anfangen… . Wie NÄÄÄÄRVIG. Aber gut: gut Ding will Weile haben und wäre ICH nicht so kompliziert, dann wären wir ja auch um Welten schneller fertig gewesen.

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Eine weitere Woche später, habe ich dann ENDLICH alle Ideen zusammen und düse erneut in meinen Lieblingsmöbelladen (aus Schweden 😉 ), um einerseits die Bestellung aufzugeben und andererseits, all die „kleinen Kleinigkeiten“ in meinem Wagen zu stapeln. Ich bin extra abends hin gefahren, in der Hoffnung, dass ich dann – mehr oder minder – alleine unterwegs bin, doch der Herr am Bestellschalter vor mir, ist gerade dabei, einen sehr komplizierten Schrank zu zusammen zu deichseln und an all den anderen Schaltern, kann ich leider niemanden mehr finden, der mir weiterhelfen könnte. War wohl doch nicht so eine tolle Idee… Gefühlte zehn Stunden später, bin ich endlich dran, bestelle meine Wunschmöbel und organisiere noch den Transporter, sowie den Liefertermin. Wenigstens habe ich an dieser Stelle Glück, denn meine Wunschtermine sind noch frei UND die Möbel werden sogar das Treppenhaus hoch getragen und im entsprechenden Zimmer abgeladen. Toll! Super. Klasse Kundenservice. Ich freu‘ mich. Jetzt aber ab zur Kasse, denn diese schließt in wenigen Minuten und sollte ich es nicht sofort bezahlen, verfällt sowohl der Liefertermin als auch die Bestellung… Aber ich bin ja flott 😉 und düse schon wenige Minuten später erfolgreich und gut gelaunt nach Hause. Alles im Fluss.

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Nächster Schritt: Organisation der Umzugskartons, Termin zum Ausmisten des gemeinsamen Arbeitszimmers, Organisation der Wandfarbe und eines guten Freundes, der beim Streichen hilft 😉 , Planung des Möbelaufbaus und und und… Mein Kopf brummt, aber die Vorfreude überwiegt und ich fühle mich ganz in meinem Element. Irgendwie saust die Zeit jetzt nur so dahin und kaum sind die Kinder in Schule, Kindergarten und Kita, bin ich im Baumarkt oder beim Ausmisten. Apropos Ausmisten: ich gehöre zu der Sorte Mensch, die regelmäßig durch die Regale und Schränke geht und Dinge, die ich länger als ein Jahr, nicht angezogen oder verwendet habe, aussortiere. Dachte ich. Denn ich stelle fest, dass dies beim Thema BÜCHER scheinbar nicht der Fall ist. Ich bin selbst entsetzt, WIE VIELE ich davon habe und ich verspüre einen Stich in der Herzgegend, als mir klar wird, dass ich diese unmöglich alle behalten, beziehungsweise im neuen Arbeitszimmer unterbringen kann. Ui, so fühlt sich das also für meinen Göttergatten an, wenn ich fröhlich durch seine Sachen wurschtele und leichtherzig entscheide, was raus muss!
Doch es hilft alles nichts, wir brauchen Platz für die wichtigen Dinge und so fülle ich tatsächlich fast fünf Umzugskisten voll mit Literatur. Dabei stelle ich fest, dass es gar nicht so schlimm ist, wie ich dachte. Irgendwie fühlt es sich sogar leicht an, unbeschwert, als wäre das mal dringend nötig gewesen… Lustig.

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Und dann ist er da, der Abend bevor es los geht und somit DER Abend, an dem mein Mann und ich unser Zimmer räumen müssen. Das heißt im Klartext: zwei Alphatiere prallen aufeinander und NUR der Kinder zu Liebe, reißen wir uns zusammen, damit diese schön weiterschlafen können. Ich weiß nicht, ob ich es schon mal erwähnt habe: also mein Mann und ich: wir können fast alles zusammen, wirklich, ich habe immer eine Menge Spaß mit ihm und wir ergänzen uns in vielerlei Hinsicht. Nur eine Sache, die können wir so gar nicht! Zusammen an etwas ARBEITEN!!! Deshalb besaßen wir ja auch dieses große Zimmer, so dass jeder seine eigene Seite hatte und sich entsprechend frei entfalten konnte. Da krachen einfach zwei Perfektionisten aufeinander; jeder weiß es besser und nachgeben möchte auch keiner… Einzige Hoffnung: nach sooooo vielen Jahren, kann man die Eskalationsstufen ganz gut einschätzen! Das entschärft die Lage doch deutlich. Und siehe da: der Abend wird viel lustiger als gedacht und wir füllen weitere vier Umzugskisten mit Elektroschrott, Papier und anderen Dingen, die am nächsten Tag ein neues zu Hause auf dem Recyclinghof finden.

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9:00 Uhr am nächsten Morgen, es klingelt: ich bin noch super müde, da wir bis nachts um zwei Möbel auf und wieder abgebaut haben, sowie Kartons rauf und runter geschleppt haben. Uff, ich frage mich, ob das alles so eine tolle Idee war, aber jetzt ist es auch zu spät. Unser Freund und Helfer steht nämlich vor der Tür, bewaffnet mit Abdeckfolie, Pinselrollen und Leiter, um das zuvor weiße Zimmer in ein puderrosa zu verwandeln. Sein Blick spricht Bände, als ich ihm den Farbeimer öffne, doch meine Mädels sind begeistert. Nr. 2 und 3 holen sich direkt einen Stuhl und setzen sich mitten ins Zimmer: Kinoprogramm ist angesagt. Ist das spannend! Nr. 4 tapst allerdings recht unbeholfen umher und bevor sie mir in den Farbeimer fällt, gehe ich lieber ein Stockwerk tiefer und mache dort weiter, wo ich gestern Nacht aufgehört habe. Obwohl ja eigentlich nur zwei Zimmer getauscht werden, habe ich das Gefühl mich mitten in einem Umzug zu befinden: überall steht etwas rum, Bilder lehnen an der Wand, Umzugskisten sind voll gestopft und wollen aus- und eingeräumt werden… Gott sei dank, ist die Küche und das Wohnzimmer in Takt, hier bekommt man von all den Veränderungen nichts mit.

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Zwei Stunden später klingelt es wieder: der Möbeltransporter ist da und die netten Jungs fragen, ob es einen Aufzug gibt, damit sie die Möbel in den zweiten Stock bringen können. Ich muss kurz lachen, denn die Idee einen Aufzug im Haus zu haben, gefällt mir total gut, doch das gibt unser solides Heim leider nicht her… Also alles selbst die Treppen rauf schleppen! Das finden die Herren jetzt nicht so witzig, doch eine viertel Stunde später ist alles geschafft.
Jetzt hat unser Malermeister zwar deutlich weniger Platz, aber das Kinoprogramm von Nr. 2 und 3 ist kurzfristig mit neuen Schauspielern bereichert worden. Die zwei haben sich übrigens mittlerweile ein paar Brezelchen und Getränke organisiert 😉 : „das ist dann wie im echten Kino, Mami“. Auch gut, Hauptsache keiner funkt mir dazwischen.

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Eine weitere Stunde später sind alle Wände rosa und ich bin ganz begeistert von der streifenfreien Meisterleistung (bei mir sah das hin und wieder schon ganz anders aus..). Toll. Es geht voran.
Nach dem Mittagessen, kommt der weniger prickelnde Teil: Möbel zusammen schrauben. Ich habe zwar meinen Seminarteilnehmern (in hatte ja mal ein richtiges Arbeitsleben. So richtig, mit Kollegen, Büro, Chef, Vertrag und so) oft ans Herz gelegt, genau solche Dinge zu tun, weil es unheimlich „wohltuend ist“ am Ende des Tages ein „fertiges Produkt“ zu sehen. Doch bei meinem Projekt hier, kann ich auf diese Erfahrung gerne verzichten. Zur Eigenmotivation habe ich mir extra einen Lady-Akkuschrauber besorgt, in der Hoffnung, dadurch alles innerhalb von Sekunden aufzubauen. Na ja, kommt nicht ganz hin, aber dank der Hilfe meines Mannes sind wir gegen späteren Abend fertig. Das Entertainment-Programm für Nr. 2 – 4 hat übrigens Nr. 1 übernommen und bis auf wenige Auseinandersetzungen, hat es erstaunlich gut funktioniert. Für heute geht allerdings nichts mehr, das endgültige Möbelrücken und einrichten der Regale, muss auf den nächsten Tag verschoben werden. Zum Glück, habe ich ein paar Jahre im Projektmanagement gearbeitet, so dass ich solche Zeitverschiebungen schon eingerechnet hatte 😉 .

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Sonntag: meine Mäuse finden das „neue Zimmer Projekt“ nicht mehr ganz so spannend und löchern mich, was wir denn heute schönes unternehmen? Äh, NICHTS, antworte ich wahrheitsgemäß, denn heute sollten wir soweit wie möglich kommen, damit eventuell fehlende Elemente innerhalb der nächsten Woche, ergänzt werden können. Wie zu erwarten, geht nun das Gemotze los, doch ich lasse mich nicht beeinfluss. Ich bin voll „im flow“, ich habe eine Mission und ausserdem lese ich doch immer wieder, dass Langeweile bei Kindern, die Kreativität fördert. Na also, da können sie sich doch heute mal richtig schön drin üben… Nur Papa hat schließlich doch Erbarmen und packt seine Mädels ein, um mit ihnen den Nachmittag im Zoo zu verbringen. Perfekt, jetzt kann ich wenigstens in meinem Tempo rum wurschteln und muss nicht ständig zwischendurch einen Popo abwischen oder etwas kochen. Cool.

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Als alle wieder zu Hause eintrudeln, bin auch ICH soweit mit der Einräumerei FERTIG (übrigens in jeder Hinsicht). So ganz gefällt mir die Aufteilung noch nicht, irgendwie fühlt es sich nicht richtig „rund“ an. Mhhh, ich stehe im Türrahmen und lasse alles (immer mal wieder) auf mich wirken, doch letztendlich dauert es noch ein paar Tage, bis mir das Endergebnis gefällt. Bis dahin düse ich weitere Male ins Möbelhaus, bestelle noch das ein oder andere, bringe es wieder zurück, weil es doch nicht so schick aussieht, wie ich dachte, entblättere die Pompoms und bohre Löcher in die Wand. Wie üblich bei mir, dauert es einfach etwas länger, bis alles genau so hängt oder steht, wie es meinem inneren Auge gefällt. Aber da die zwei Großen, ohnehin erst eine Woche später „einziehen“ dürfen (wegen des Geruchs der Farbe & der Möbel), ist das alles halb so wild.

Eine weitere Woche später: ich bin glücklich, denn sowohl unser – kleines aber feines – Arbeitszimmer als auch das Kinderzimmer sind FERITG und von meinen inneren Kritikern als „einzugsbereit“ abgenommen worden. Natürlich gibt es noch ein paar Dinge, die ergänzt werden können, doch im Großen und Ganzen, bin ich sehr zufrieden. Und meine Mädels erst!!! Sie sind hellauf begeistert und durchforsten erst mal die Regale, um zu schauen, wo sich jetzt welches Spielzeug befindet. Sie sind ganz aufgeregt, denn jetzt dürfen sie endlich auch hier schlafen!
Die erste Nacht in den neuen Räumlichkeiten: Nr. 1 und 2 sind blitzschnell fertig im Bad und ziehen ihre Schlafanzüge an (komisch, das geht doch sonst nur selten). Nr. 3 ist auch ganz aus dem Häuschen, da sie nun endlich aus dem Gitterbett ins Hochbett wechseln darf, was wohl einem QUANTENSPRUNG in der Hierarchieebene der Geschwisterkonstellation gleich kommt. Und Nr. 4? Die versteht das alles nicht so ganz, doch ihr fällt auf, dass sie heute im Kinderzimmer von Nr. 3 ins Bett gebracht wird. Sie scheint etwas erstaunt zu sein, doch ist Mausi abends so müde, dass solche „Kleinigkeiten“ sie wohl nicht weiter stören. Auch gut.

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Mir selbst fällt ein Stein vom Herzen und auch wenn wir uns alle, nun noch an die „neuen Wege“ gewöhnen müssen, bin ich froh, dieses Kopfkino erfolgreich beendet zu haben. Die Streitigkeiten werden wohl die gleichen bleiben, da bin ich mal realistisch, doch Papa und ich, haben UNSER Schlafzimmer zurück! Und das ist doch auch schon was.

Ein ganz dickes Dankeschön noch mal an meine geliebte Freundin Simone (mittlerweile hat sie sich übrigens selbständig gemacht hat: http://www.neonpony.de), die mir damals dieses wunderbare Kinderzimmer für Nr. 1 gestaltet hat. Du bist ein SCHATZ. Und auch an den tollen Malermeister, der mir viele Rückenschmerzen und Streifen an der Wand erspart hat 😉 .

Und jetzt, will ich erst mal nichts mehr wissen von Umziehen, Streichen, Farbe, Möbeln, Bauhaus, Bildern, Pompoms…
EHRLICH, ich bin geheilt – vorerst 😉 .

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