Mein Mami-Berufs-Familienleben (Kind, Beruf, Karriere, Politik und Staat)

Zur Zeit begegne ich häufig Artikeln und Diskussionen, die sich mit dem Thema Kind und Beruf, beziehungsweise Kind und Karriere beschäftigen und ich bin immer wieder überrascht, wie NEGATIV mittlerweile das Bild über eine Mutter ist, die sich entschieden hat, ein paar Jahre zu Hause zu bleiben. Die meisten Gedanken und Aussagen sind sehr strikt formuliert, so dass ich den Eindruck gewinne, wenn man sich FÜR Kinder entscheidet, dann hat man sich zeitgleich GEGEN einen Beruf entschieden. Ist das wirklich so? Ist die einzige Alternative zum traditionellen Familien-Modell (Mann arbeitet – Frau zu Hause), dass ich spätestens nach einem Jahr wieder mit möglichst hoher Prozentzahl, in meinen alten Beruf einsteige? Und muss ich darauf bestehen, dass mein Mann mindestens die Hälfte der Kinderbetreuung übernimmt, damit wir eine GLEICHBERECHTIGUNG in der Partnerschaft erzielt haben?

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Nun, ich mache mir schon lange Gedanken über diese Themen und habe in den letzten 10 Jahren auch alle Modelle der Vereinbarkeit von Beruf und Familie ausprobiert. Ich habe fünf Jahre in Vollzeit (da hatte ich noch keine Kinder 😉 ) für einen Vice President als Assistentin gearbeitet und durfte alle Facetten solch eines MANAGEMENTlebens kennen lernen. Klar kann man sagen, dass man es karrieretechnisch geschafft hat, wenn jemand einen schicken Geschäftswagen, ein Smartphone und ein schönes Sümmchen Entgelt vom Arbeitgeber bekommt. Das ist toll und macht sicherlich auf den ein oder anderen großen Eindruck. Aber was ist der Preis dafür? Lohnt es sich wirklich diesen zu bezahlen? Ist es wirklich eine KARRIERE (im klassischen Sinne), wenn ich 60 Stunden und länger im Büro sitze, von einem Meeting zum anderen hüpfe, abends noch zum Geschäftsessen gehe und danach zu Hause noch mal den PC hochfahre, um alle Mails zu checken und strategische Themen aufzuarbeiten? Macht es wirklich Freude von Zahlen und Financial Reviews voran getrieben zu werden und Zielvereinbarungen hinterherzulaufen, die von vornherein, unmöglich zu erreichen sind? Klar, dass muss jeder für sich selbst entscheiden, doch in diesen sehr ARBEITSINTENSIVEN Jahren, habe ich doch tatsächlich ein bisschen den Blick auf das Leben im Ganzen verloren, auf die Vielfalt und Schönheit, die es zu bieten hat… Denn ich war viel zu sehr mit den Themen der Firma beschäftigt, teilweise haben sie mich bis tief in die Nacht verfolgt, da ich auch ein Mensch bin, der sich leider nur schlecht abgrenzen kann.

Dann wurde ich SCHWANGER und habe eine ganz andere Seite des Lebens kennen gelernt, eine ganz intensive, von Gefühlsschwankungen rauf und runter gesteuerte Zeit. Aufregend. Keine Sekunde möchte ich davon missen, auch nicht von den vielen nostalgischen Vorstellungen, die ich in der ersten Schwangerschaft hatte 😉 . Und für mich stand von vorne herein fest, dass ich nach sechs Monaten wieder arbeiten gehen werde! Und zwar zu 50%, mindestensSchließlich habe ich studiert und mir meinen Assistenzjob – durch diverse eigenverantwortliche Projekte – extrem aufgewertet. Ich hatte sogar ein eigenes Büro und und war für das Controlling der Einheit zuständig. Also bin ich drei Tage die Woche ins Büro gefahren, während PAPA sich um Nr. 1 gekümmert hat (Über diese Zeit müsste ich auch mal einen eigenen Beitrag schreiben, da gibt es viele lustige Momente 😉 ). Für das Elterngeld haben wir den Stichtag, um vier Wochen verpasst (dumm gelaufen) und wir hatten auch noch keinen Kitaplatz bekommen. Doch ich muss sagen, auch ohne, dass der STAAT hier viele Möglichkeiten für mich geschaffen hatte, Kind und Beruf miteinander zu vereinbaren, haben wir es als FAMILIE ganz gut hin bekommen. Mit allen Höhen und Tiefen, mit allem Gemotze und Genörgel, mit allem „hättest du nicht wenigstens mal kurz aufräumen oder einkaufen gehen können? Ich habe schließlich den ganzen Tag gearbeitet“ und auch mit den vielen wunderschönen Momenten, wenn zum Beispiel ein kleines Menschlein auf dich zugelaufen kommt und seine Arme ausstreckt, einfach weil DU wieder nach Hause gekommen bist.
Und ist es denn wirklich die Aufgabe der Politik, dass wir innerhalb einer Partnerschaft für eine ausgleichende Gerechtigkeit sorgen? Ist es im Jahre 2015 unter Männern und Frauen nicht möglich sich auf Augenhöhe zu begegnen und nach Modellen zu suchen, die den EIGENEN Werten und Vorstellungen gerecht werden? Nun, vielleicht habe ich eines der wenigen männlichen Exemplare abbekommen, für die es nie ein Thema war, dass ich trotz meines Mami-Daseins auch meinen beruflichen Wünschen weiter nachgehen kann. Aber gibt es wirklich nur so wenig Männer, die solch eine Einstellung haben? Genau das macht doch eine Beziehung aus. Sich miteinander über seine Ziele und Wünsche zu unterhalten, seinen Standpunkt zu vertreten, sich zu streiten (und ganz viele Rachepläne zu entwickeln!), um dann viele Diskussionen später, eine gemeinsam Lösung zu finden. Vielleicht nicht am selben Tag, vielleicht auch erst viele Wochen später, aber irgendwann eben.

Mit meinen 50% konnte ich natürlich nicht mehr in meinen alten Assistenzjob zurück, das war mir klar, doch irgendwie auch entlastend, denn ich habe es nicht so mit der Routine und somit war ich dankbar, mich anderen Projekten widmen zu können. Ok, davon waren auch nicht gerade alle spannend und ich saß plötzlich wieder im Großraumbüro… und zu Beginn hatte ich ganz schön, damit zu kämpfen. Doch mir wurde auch klar, dass dies ja nun nicht für die nächsten 40 JAHRE mein Arbeitsplatz bleiben würde und dass es noch viele Möglichkeiten geben wird, seinen Job zu gestalten. Eine PHASE eben und ich habe versucht das Beste daraus zu machen.

Dann wurde ich wieder schwanger und diesmal hatte ich den Wunsch länger zu Hause, zu bleiben. Zu dieser Zeit, gab es dann auch schon das Elterngeld, was allerdings nichts mit meinem Entschluss zu tun hatte, ein ZWEITES KIND zu bekommen. Denn Kinder wollte ich schon IMMER, das stand irgendwie nie zur Debatte, egal, was die Politik, die Leute oder die Medien darüber zu sagen haben.
Nachdem ich ja nun auch wusste, wie sich diese Vereinbarkeit von Beruf und Kind so anfühlt, habe ich die „Auszeit“ vom Büro sehr genossen. Wenn die Sonne schien, sind wir spazieren gegangen, ich habe meine Liebe zum Backen und Kochen wieder neu entdeckt und festgestellt, dass es auch ein ganz schön herausfordernder Beruf ist, zwei kleinen Mäusen und einem Mann gerecht zu werden und für eine schöne Stimmung zu Hause zu sorgen. Wie gesagt, ich habe Glück mit meinem Mann, denn er weiss es wirklich zu schätzen, was ich da so leiste und hat mir dies auch stets zu spüren gegeben. Nein, bei uns ist nicht nur alles Friede, Freude, Eierkuchen (das würde mein Göttergatte jetzt sofort bestätigen) und es gab viele Stunden, in denen ich am liebsten alles an die Wand geklatscht hätte und mich in meinen Job zurück gewünscht habe. Dieses Gejammer und Gequengel der Ladies, wenn die Dinge nicht so laufen, wie sie es sich vorgestellt haben, bringt mich heute noch auf die Palme, doch ganz ehrlich, auch der ein oder andere Arbeitskollege hat dies fertig gebracht 🙂 . Und auch zu meinem Vollzeitarbeitsleben, gab es die ein oder andere Minute, die ich auf der Toilette verbracht habe, weil ich enttäuscht oder sauer war. Vom FRUSTRATIONSLEVEL her gesehen, unterscheidet sich das Arbeitsleben nicht sonderlich vom Familienleben. Lediglich die Emotionen fallen im Berufsleben nicht ganz so heftig aus, wie bei mir zu Hause!

Nach einem guten Jahr, bin ich dann wieder eingestiegen, diesmal mit 30 % als Changemanagerin für IT-Projekte und on Top habe ich noch Seminare zum Thema „Burnout für Mitarbeiter und Führungskräfte“ gegeben. Denn ich hatte ja von meinem ersten WIEDEREINSTIEG gelernt, dass es wesentlich besser ist, mit eigenen Vorstellungen und Arbeitsprojekten im Gepäck zurück zu kommen, als mit einem „Hallöle, da bin ich wieder, was gibt es denn für mich zu tun?“. Aber was soll ich sagen, die Idee war gut, die Umsetzung äußerst BESCHEIDEN! Meine große Mausi war gerade im Kindergarten und Nr. 2 hatte soeben die Eingewöhnung in der Kita abgeschlossen. Mittlerweile hatte ich auch erfahren, dass mein ehemaliger Chef umorganisiert worden war, so dass ich mich auf einen neuen Job UND einen neuen Chef einstellen musste. Diese Veränderung war gar nicht so einfach, wie ich dachte. Aus den 30% wurden ruck zuck 50% und das Projekt, in dem ich arbeitete, geriet grundsätzlich dann in Schieflage, wenn eines meiner Kinder krank war. Ich war ständig hin und her gerissen und es hat einige Monate gedauert, bis mir klar geworden ist, dass diese Art von Job, mit meinen noch sehr jungen Kindern nicht wirklich zusammen passte. Und dann sagte mein neuer Chef etwas zu mir, das mich regelrecht wachgerüttelt hat: „Es liegt ausschließlich an DIR, ob du es zulässt, dass dein Job, dein Privatleben bestimmt!“ BUMM, das hatte gesessen! Im positivsten Sinne. Das ist nun schon fünf Jahre her und ich bin immer noch so dankbar für diesen Satz, der meine Arbeitseinstellung in ein gesünderes Verhältnis, zu meinem Privatleben verändert hat. Natürlich hat auch meine Arbeit zum Thema Burnout intensiv dazu beigetragen, mein Weltbild in Bezug auf Karriere, Beruf und Familie in ein entspannteres Licht zu rücken.

Und dann kam Mausi Nr. 3. Nun gut, mit Schwangerschaften, Mutterschutz und Elternzeit, kannte ich mich jetzt schon bestens aus, so dass ich das alles, sehr entspannt angegangen bin. Wenn alle zwei Jahre ein neues Familienmitglied dazu kommt, dann bleibt man in der Übung. Rückblickend kann ich sagen, dass mein Mann praktisch, mit jedem Kind erfolgreicher wurde und sich somit klamm heimlich die „klassischen Aufgabenbereiche“ eingeschlichen haben. Das passte mir überhaupt nicht und es gab unzählige Diskussionen, wer jetzt, was, wann, wie macht. NERVIG! Doch wie so oft in den letzten Jahren, haben wir im Prinzip gemeinsam mit unseren Kindern gelernt, welche Wege machbar sind und welche nicht – also jetzt mal so im Nachhinein betrachtet. Da ist man ja immer schlauer! Hinzu kommt, dass wir ein eher ungewöhnliches FAMILIENMODELL haben, denn unser Mann im Haus ist Selbständig und arbeitet am Wochenende. Das wirft von vornherein alle klassischen Modelle über Board. Ich habe viele Monate gebraucht, bis für mich klar war, dass unser Sonntag eben ein Mittwoch ist und dass ich viele Events ALLEINE mit den Kindern besuchen muss, da es zeitlich eben nicht anders möglich ist. Das ist EINFACH SO und seitdem ich das für mich akzeptiert habe, läuft es für alle Beteiligten besser.

Und nach ein paar Monaten mit drei Kindern, dachte ich, dass ich diese CHANCE, meine Kleinen aufwachsen zu sehen, irgendwie nicht verpassen möchte, denn dank Nr.1 wurde mir klar, wie schnell das geht. Diese Zeit kommt nicht wieder im Leben und sie hat SO VIELES zu bieten. Sie kostet auch unglaublich viel Kraft und man stößt hart an seine Grenzen, sowohl bei sich selbst als auch in der Beziehung. Keine Frage. Doch ist es nicht genau das, was das LEBEN ausmacht? Dass es sich ändert, in Bewegung bleibt, alle Emotionen von einem abverlangt und es trotzdem weitergeht? Denn sind wir mal ehrlich: im Berufsleben läuft es auch selten nach Plan. Mal kommt ein neuer Chef, mal wird man umorganisiert, dann ändern sich die Kundenwünsche oder die Zielvereinbarungen. Und  ich kenne nur seeeeehr wenige Projekte, die voll im Plan durchgezogen wurden und bei denen es keine einzige Herausforderung gab. Also doch sehr ähnlich zu meinem Familienleben 🙂 .

Doch ich hatte die Rechnung ohne meinen Arbeitgeber gemacht. Der wollte mich so schnell wie möglich wieder haben und wir konnten uns darauf einigen, dass ich zunächst NUR die Seminare weiter betreue. Gut, dass war machbar, denn diese wurden halbjährlich vorausgeplant und wir vereinbarten, dass ich alle zwei Wochen einen Tag in der Firma bin. Mausi war erst neun Monate alt (soviel zu meinen Plänen) und ich konnte immer nur hoffen und beten, dass genau an diesem EINEN Tag, alle gesund und munter sind, doch es machte unglaublich großen Spaß, mal für ein paar Stunden, in eine andere Welt gebeamt zu werden. Weit ab von Pampers, Wäsche & Co.

Eineinhalb Jahre später, hatten mein Mann und ich das Gefühl, dass wir mit der Familienplanung erst mal fertig sind und somit wollte ich wieder mehr arbeiten gehen, als besagte zwei bis vier Tage im Monat. Unerwartet bekam ich die unglaubliche Chance, in die Personalabteilung zu wechseln, um dort einen neuen Bereich mit aufzubauen. Diese Stelle wurde neu geschaffen und somit mussten Geschäftsleitung und Betriebsrat eingebunden werden. Also ABWARTEN, nicht gerade meine Stärke…
Doch irgendwann kam dann der lang ersehnte Anruf, dass es sehr gut aussieht mit der neuen Stelle und ich acht Wochen später mit 60% wieder anfangen könnte. Das ist ganz schön taff mit drei Kindern, aber ich dachte, dass schaffen wir schon, IRGENDWIE halt. Zeitgleich hatte ich allerdings das komische Gefühl, dass mit meiner emotionalen Lage etwas nicht stimmt. Ich war launisch, genervt und fühlte mich oft schlapp. Und tatsächlich: ich war wieder SCHWANGER! Oh mein Gott…  Das war überhaupt nicht in meinen Plänen vorgesehen und ich durchlief eine wahre Achterbahn der Gefühle, tagelang! Und wie um alles in der Welt, sollte ich das meinem neuen Vorgesetzten erklären???

Nun ja, lange Rede, kurzer Sinn: irgendwie habe ich ihm (unter großen Bauchschmerzen) die neue Sachlage erklärt und hatte großen Respekt vor der Reaktion. Doch diese fiel wesentlich unspektakulärer aus, als gedacht. Zum einen war er natürlich enttäuscht, dass ich für den neuen Posten nun nicht zur Verfügung stand, zum anderen freute er sich sehr für mich und meinte zum Abschluss, dass unser Unternehmen, MitarbeiterInnen mit solchen Führungs- und Organisationskompetenzen herzlich willkommen heißt. Da war ich erst mal PERPLEX. Mit solch einer Antwort hatte ich nicht gerechnet. Ich weiß, dass gibt es wahrscheinlich nur selten und mir sind all die anderen Beispiele, bei denen es keinen so glücklichen Ausgang genommen hat, durchaus bekannt.

Und nun? Nun bin ich seit ungefähr 16 Monaten VOLLZEITMAMA! Nicht mal einen klitzekleinen Nebenjob… Einfach nur Mama, VIERUNDZWANZIGSTUNDEN am Stück. Und meine Mitarbeiter sind gar nicht mal so kompromissbereit und einsichtig, wie ich mir das manchmal wünsche. Auch der Lautstärkepegel übertrifft den, eines Großraumbüros um das 10 fache! Und trotzdem: „dieses zu Hause bleiben“ ist für mich gar nicht sooooooooo schlimm, wie ich noch vor ein paar Jahren dachte. Und es ist ja auch NUR eine Phase, natürlich werde ich wieder arbeiten gehen, schließlich macht mir das ja auch großen Spaß. Doch ich gehöre zu einer Generation, die voraussichtlich sehr lange Zeit in der Arbeitswelt verbringen darf; so gesehen, finde ich diese Auszeit im Moment recht erholsam…

Also meine Lieben, nach all meinen Erfahrungen, die ich so sammeln durfte, gibt es ein paar Punkte, die mir wirklich am Herzen liegen: 

1. Ich liebe meine Familie in all ihren Facetten 🙂

2.Es gibt viele Möglichkeiten für Eltern, das Berufs- und Familienleben zu gestalten. Es ist nicht immer einfach und erfordert MUT, aber es ist machbar.

3. Zu Themen wie „Wiedereinstieg“, „Altersvorsorge“ oder „Aufgabenverteilung“ haben wir als Familie eine Lösung gefunden, mal schneller, mal langsamer… und JA, ich würde mir wünschen, dass die Altersvorsorge für Mütter ENDLICH verbessert wird!

4. Das Leben verläuft in Phasen und erstens kommt es anders und zweitens kommt es WIRKLICH anders…

4 Gedanken zu “Mein Mami-Berufs-Familienleben (Kind, Beruf, Karriere, Politik und Staat)

  1. Liebe Sabine,

    ich habe nochmal Deinen Beitrag hervorgekramt und muss Dir so recht geben. Ich habe zwar jeweils nach spätestens einem Jahr wieder gearbeitet, aber was ich mir nach dem ersten Kind noch leichter auf die Schultern gepackt hatte, kam mir nach dem zweiten und jetzt nach dem dritten schon nicht mehr so einfach vor. Es ist auch so, dass sich meine Prioritäten zumindest zeitweise verschoben haben. Mir ist es im Moment gar nicht mehr so wichtig, Statussymbolen hinterher zu rennen, irgendwie wichtig auszusehen oder zu sein und einer Idee von mir als „Karrierefrau“ hinterher zu laufen, in der ich mich inzwischen fremd fühle.

    Zwar haben viele auch etwas bösartig geunkt, dass man mit Kindern keinerlei Ambitionen mehr hätte. Das ist jedoch definitiv nicht so, aber irgendwie wird einem klarer, was einem wirklich wichtig ist. Mir ist z.B. wichtig, dass mir mein Job Freude macht, dass er es mir auch ermöglicht, Zeit mit meiner Familie zu verbringen und die Termine und Freizeitaktivitäten der Kinder problemlos wahrzunehmen, dass ich mich selbst bei allem gut fühle und nicht „nur“ als Mama, aber eben „auch“ als Mama gesehen werde. Es ist mir nicht mehr möglich, mein Familienleben von meinem sonstigen Leben zu trennen und deshalb brauche ich Verständnis und Unterstützung auch von meinen Kollegen. Da sind das Prestige und der Firmenwagen, die mir meine Arbeit vllt. bringen sollen, nicht mehr vorrangiges Ziel. Ich habe mal so schön gelesen, dass „Karriere“ im eigentlichen Sinne gar nicht „Aufstieg“ sondern einfach den beruflichen Weg meint. Das passt ganz gut zu mir, denn ich möchte meinen beruflichen Weg schon noch weiter gehen, aber nicht zwingend nach oben, sondern familienfreundlich vorwärts. 🙂

    Inzwischen könnte ich mir auch gut vorstellen, noch weniger zu arbeiten, um ein ausgeglichenes Familienleben zu haben. Das ist zwar bei uns eine Frage des Familieneinkommens und daher nicht ohne weiteres umsetzbar, aber es ging mir vor ein paar Jahren noch nicht so. Jetzt ist mir neben der Arbeit vieles andere genauso wichtig, wenn nicht gar wichtiger und ich bin froh, dass mir mein Arbeitgeber hierfür auch Gestaltungsspielräume lässt.

    Deshalb kann ich Deine Entscheidung, eine Weile für die Kinderbetreuung (und alles andere drum herum) aus Deinem Beruf auszusteigen, sehr gut verstehen.

    Sei ganz lieb gegrüßt und Frohe Weihnachten.
    Martamam

    Gefällt 1 Person

    • Vielen vielen Dank für die wunderschönen Worte und deine Sicht der Dinge 😊.
      Ich glaube, je älter die Kinder werden, desto mehr kann man dann ja auch wieder, seinen beruflichen Weg gehen, doch diese Zeit, in der sie heranwachsen (auch wenn es manchmal anstrengend ist), kommt nie wieder und geht schneller vorbei als gedacht 😉.
      Ich wünsche euch auch wunderschöne Weihnachten und genießt eure Zeit.
      Ganz liebe Grüße, Sabine

      Gefällt 1 Person

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