„Weil ich es so möchte“…

… diesen Satz habe ich mir verinnerlicht und er hat mir schon ganz oft tolle Dienste geleistet. Denn während ich bei meiner ersten Tochter, noch viel Zeit für Erklärungen hatte und auch fest davon überzeugt war, dass es besser für das Kind ist, wenn ich ihm genau erkläre, warum ich etwas NICHT erlaube, bin ich vier Kindern später, doch anderer Meinung und habe meine salbungsvollen Erklärungen weitestgehend eingestellt…


Denn ich musste schmerzlich feststellen, dass meine Kinder so oder so rebellieren, wenn ich etwas VERNEINE. Und dabei ist es völlig egal, ob ich ihnen eine plausible Erklärung abliefere oder nicht. Wenn Nr. 2 beispielsweise eine halbe Stunde vor dem Abendessen fragt, ob sie noch ein Eis haben kann, dann habe ich anfangs stets erklärt, dass ein Eis jetzt keine gute Idee ist, weil es ja gleich Abendessen gibt und wenn sie jetzt ein Eis isst, dann hat sie keinen richtigen Appetit mehr, für später. Davon abgesehen, zählt Eis nicht zu den wertvollen und gesunden Lebensmitteln (auch wenn es unglaublich glücklich macht) und deshalb gibt es jetzt kein Eis! Im Nachhinein denke ich, hat Nr. 2 bereits nach dem zweiten Wort abgeschaltet und auf Durchzug gestellt und sich lediglich neue Strategien überlegt, wie sie doch noch an das Eis kommt. Und so gibt es noch ganz viele Themen, bei denen ich zunächst höflich, später deutlicher und lauter meine Erläuterungen zum Besten gegeben habe, nur um festzustellen, dass das Geschrei trotzdem groß ist. Und das hat mich dann irgendwann noch viel mehr genervt, denn dann kann ich ja gleich mit der Wand reden, wobei… diese wäre wenigstens ruhig und fängt nicht an, sich auf dem Boden zu wälzen.

Also habe ich irgendwann zwischen der Geburt von Nr. 2 und 3 entschieden, dass ich mir all dieses Gebabbel erspare und es bei dem Satz: „weil ich es so möchte“ belasse. Anfangs war das ganz lustig, denn während mein Mund nur diesen Satz gesagt hat, sind in meinem Kopf meine geliebten Erklärungen rum gesaust und ich musste mich richtig anstrengen, diese nicht auszusprechen. ABER, es hat funktioniert… Natürlich haben sie trotzdem alles versucht, um ihre Wünsche durchzusetzen, doch nachdem ich zwanzig mal hintereinander den gleichen Satz gesagt hatte, war es ihnen scheinbar zu langweilig und sie haben sich einem neuen Thema zugewendet. Und mir ging es irgendwie viel besser, weil dieser einfache Satz, kurz und knackig klarstellt, dass ICH die Situation entscheide: kurz – persönlich – wertschätzend. Im Gegensatz zu: “ weil man das so macht“, „weil du sonst Bauchweh bekommst“, „weil das nicht gut ist für dich“… Na, ihr wisst schon was ich meine 😉 .

Nun zugegeben, ich erkläre meinen Kindern wahrscheinlich immer noch zu viel und wenn ich sauer werde, habe ich manchmal das Gefühl, dass mein Mund, wie ein MASCHINENGEWEHR auf meine Kinder wirken muss, bei dem Schwall, der da raus kommt. Und bei der Ältesten beginnt nun die Zeit, in der mir dieser Satz schon um die Ohren fliegt. Denn als ich ihr letztens gesagt habe, dass sie bitte ihren Schreibtisch aufräumen soll, da ich gar keine Tischplatte mehr erkenn kann, antwortete Madame ganz selbstbewusst: „nein Mami, das brauche ich alles, deshalb bleibt es dort, wo es ist, weil ich es so möchte.“ Da habe ich erst mal ganz schön gestutzt. Aber ja klar, natürlich kommt irgendwann das Alter, in dem meine Mädels bestimmte Dinge selbst entscheiden und regeln können, auch wenn es nicht meiner Vorstellung entspricht. An diesem Kapitel arbeite ich allerdings noch 😉 .

Also meine Lieben, wie geht ihr denn mit diesem Thema um? Habt ihr einen Lieblingssatz, der euch in stürmischen Zeiten hilfreich war?

Ich wünsche euch einen schönen Start ins Wochenende und werde mir jetzt erst mal ein Eis gönnen, weil ich es so möchte 😉

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