Fröhliche Weihnachten… mit ach und KRACH!

Vier Tage vor Weihnachten, kurz nach dem Abendessen: Nr.1, Nr. 4 und ich schmücken den Weihnachtsbaum (wobei Nr.4 nicht wirklich eine Hilfe ist) und sind bester Dinge, da wir großen Spass bei der Sache haben. Mein Mann ist mit Nr. 2 und 3 zum Flughafen gefahren, um seine Mami abzuholen, die leider ihren Bustransfer nach Hause verpasst hast. Das trifft sich zeitlich natürlich super mit den eigentlichen Plänen, doch diese besagte Planung, gilt ja ohnehin nur noch, der groben Orientierung 😉 .

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Da ich dieses Jahr entschieden habe, die gesamte Weihnachtsdeko zu erneuern, haben wir leider nach der Hälfte des schmückens, keine Kugeln mehr! Klassische Fehlplanung… macht aber nichts, denn am nächsten Tag, kann ich ja nochmal schnell in die Stadt düsen, um Nachschub zu besorgen. Also genießen wir erst mal den Anblick unseres halb vollendeten Weihnachtsbaumes und drehen das Radio lauter, da in diesem Moment einer unserer Lieblingshits von Mariah Carey (ja, genau der: all I want for christmas) trällert. Ich laufe zu Nr. 4, um mit ihr zusammen, um den Baum zu tanzen und erkläre Nr. 1 dabei, dass ich das mit ihr auch schon so gemacht habe, damals, als sie erst ein Jahr alt war… Doch auf dem Weg zu ihr, bemerke ich, dass ich scheinbar auf etwas getreten bin. Denn mein rechter Fuß verliert das Gleichgewicht, fängt gefährlich an zu wackeln und gerät irgendwie völlig außer Kontrolle und noch während ich FALLE, sausen mir viele Dinge durch den Kopf. Eine Stimme ist jedoch besonders laut: „das wird nix! Aus der Nummer, kommst du nicht so ohne weiteres raus…“. Dann nehme ich noch ein komisches, undefinierbares Geräusch wahr, bevor ich unsanft auf Knie und Ellenbogen lande…. AUTSCH! AUA! HEIJEIJEI! OH MANN, tut das weh! HILFE! AUA! AUA! AUA…

Sofort eilt meine Große zu mir und fragt, ob alles in Ordnung ist, während Nr. 4 leicht irritiert vor sich hin murmelt: „Mama plumps macht, Mama plumps macht“. Mir selbst ist so unglaublich schlecht im ersten Moment! Also saust meine süßes großesTöchterlein zum Kühlschrank, um mir ein Kühlpad zu holen und fragt unaufhörlich weiter, ob es jetzt wieder geht. NEIN es geht nicht, ganz und gar nicht!, aber ich reiße mich zusammen, denn ich sehe die Panik in ihren Augen. Allerdings ist das unter den gegebenen Umständen gar nicht so einfach und so bitte ich sie erst mal, um ein Glas Wasser. Dadurch kann ich durchatmen und sie hat etwas zu tun. Eine halbe Minute später steht sie wieder vor mir und fragt weiter… Dann redet sie auf mich ein, dass ich Papa anrufen soll, sofort, sie kann schon mal die Nummer wählen.  Aber das finde ich keine gute Idee, denn der hängt ja noch auf der Autobahn und kann ohnehin nichts machen. Das Kopfkino kann ich ihm auch noch eine Stunde ersparen, vielleicht ist es ja auch gar nicht so wild. Also RUHE ausstrahlen. Nr. 4 weiß nicht so recht, was sie von alledem halten soll und so bitte ich Nr. 1 doch schon mal mit ihr nach oben zu gehen und ihr den Schlafanzug anzuziehen, schließlich ist es auch schon spät und Mausi muss ins Bett. Meine Älteste ist überglücklich meinen Anblick nicht mehr ertragen zu müssen 😉 und waltet ihrer Aufgabe. Ich hingegen fluche erst mal vor mich hin, wie man denn so bescheuert sein kann, so kurz vor Weihnachten, auf einem PLAYMOBILTEIL (Objekt des Schreckens mittlerweile ausfindig gemacht) auszurutschen. Wie blöd ist das denn???

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Vorsichtig schaue ich mir mal meinen Fuß an und muss sagen… geht doch eigentlich noch! Allerdings ist mir immer noch ziemlich schlecht und da ich mich selbst sehr gut in meinen Schmerzen einschätzen kann und diese doch immens sind, bleibe ich erst mal vorsichtig. Aber irgendwie muss ich nun aufstehen, denn ein Stockwerk höher, scheinen meine Mädels schon fertig zu sein und brauchen nun eine Milch. Ok, dann mal los! Vorsichtig erhebe ich mich und stelle fest, dass ich mich, mit einer gewissen Humpeltechnik, tatsächlich fortbewegen kann. Hat mich meine Intuition diesmal vielleicht doch getäuscht?

Ich stapfe also irgendwie die Treppen nach oben, mit einer Milchflasche bewaffnet und erkläre Nr. 1, dass es mir jetzt wieder besser geht und ich sogar schon wieder „laufen“ kann. „AHA“, kommt da nur von ihr. Mhhh, sie kennt mich eben doch zu gut und es ist schwer, ihr etwas vorzumachen. Gemeinsam bringen wir also Nr 4. ins Bett und ich merke, dass die Schmerzen wieder stärker werden. Durchhalten… Glücklicherweise ist meine Jüngste sehr müde und die ganze Einschlafnummer läuft problemlos über die Bühne. Wenigstens etwas…

Aber wie soll ich denn jetzt die Treppen wieder runter kommen? Ich versuche es mal mit laufen –> doch das geht GAR nicht. Ok, dann halt runterrutschen, das geht immer. Meine Älteste ist entsetzt, doch da muss sie jetzt durch, denn ich habe nur noch ein Ziel: die COUCH. Kaum unten angerutscht, hüpfe ich auf einem Bein und könnte bei jeder Erschütterung schreien, doch das geht ja leider nicht und so reiße ich mich ein weiteres Mal zusammen. Puh, geschafft! Um die neue Sachlage zu prüfen, muss Nr. 1 allerdings aus dem Wohnzimmer verschwinden und so bitte ich sie, sich ihren Schlafanzug anzuziehen. Danach kann sie gerne wieder runter kommen und wir können noch ein bisschen gemeinsam ferngucken. „Oh ja, Mami, tolle Idee“. Nach erneuter Sachlageanalyse muss ich feststellen: mein Knöchel sieht aus, als hätte sich ein EI darunter versteckt… also eher nicht so gut, würde ich sagen. Vielleicht sollte ich doch mal meinen Mann anrufen, um zu sehen, ob er seinen Ausflug etwas beschleunigen kann… Doch dazu bräuchte ich ja mein Handy und das liegt in der Küche! Also warten bis mein neuer „Butler“ alias Tochter, aus dem Badezimmer eingetroffen ist und tief durchatmen. Ahhh, da ist sie ja, mein Goldschatz, mein Retter in der Not, meine älteste Tochter eben :).

Ausgerüstet mit Handy, Telefon und einem Kühlaggregat auf dem Knöchel (denn das Kühlpad ist mittlerweile eher heiß), verkünde ich meinem Göttergatten die frohe Kunde, dass ich den Abend heute, wohl in der Notaufnahme der Chirurgie verbringen werden. Er ist hellauf begeistert (nicht) und verspricht mir, so schnell wie möglich nach Hause zu kommen. Kaum aufgelegt, ruft eine liebe Freundin an, da wir noch die Details für die Übernachtung unserer Mädels am nächsten Tag, klären wollten. Ich erzähle ihr von meiner MISSLICHEN Lage und sie bietet mir sofort an zu kommen, um auf die Kinder aufzupassen, damit ich nicht alleine ins Krankenhaus fahren muss. Ich winke natürlich ab, bedanke mich herzlichst und verspreche, mich zu melden, falls ich doch ihre Hilfe benötige. Jetzt heißt es WARTEN… tut ja nicht weh… da kann man schon mal warten und warten und warten…. Immerhin unterhalte ich mich blendend mit meiner Großen und wir genießen die gemeinsame Zeit.

Endlich, ich höre unser Auto in der Einfahrt und eine schreiende Nr. 3, die aus ihrem Schlaf gerissen wurde. Ja, das hebt die Stimmung. Also erst mal die Madame ins Bett verfrachten und Nr. 2 bitten ihren Schlafanzug anzuziehen. Allerdings kann ich nur noch Anweisungen von der Couch geben, denn eine Mithilfe meinerseits ist unmöglich. Eigentlich gar kein schlechter Zustand, wären da nicht diese Wahnsinnsschmerzen.

So jetzt aber los! Doch die Idee mit dem Taxi ins Klinikum zu fahren ist irgendwie nicht durchdacht, denn ich traue mich nicht mehr aufzutreten und ich kann mich ja wohl schlecht dem Taxifahrer um den Hals schmeißen, um diesen als Krücke zu missbrauchen. Also doch noch mal meine Freundin bitten, ihren schön geplanten Abend, zu uns nach Hause zu verlegen und den Babysitter zu spielen. Was wäre ich nur ohne meine lieben Freunde ;).
Gesagt, getan.

Endlich befinde ich mich auf dem Weg Richtung HILFE… Im Klinikum angekommen, ist mein Mann so frei, mich direkt in einen Rollstuhl zu verfrachten, die da so fröhlich im Eingangsbereich warten. Was soll das denn??? Ich muss lachen und komme mir ganz schön komisch vor, doch er meint, ich soll mich zusammenreißen (schon wieder!) und gefälligst starke Schmerzen vorgeben (also die muss ich nicht vorgeben, die HABE ich ja schon!), ansonsten sitzen wir hier noch die ganze Nacht, dafür ist die Chirurgie schließlich bekannt. Stimmt auch wieder.

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Doch manchmal habe ich einfach Glück :). Denn hier ist heute gaaaaaar nichts los und ich komme sofort dran. Wow, das habe ich noch nie erlebt und ich habe hier schon viel erlebt… Wirklich viel!
Heute also mal eine Ärztin! Und ihre Assistenten sind MÄNNER… ich muss zugeben, ich bin sowas von irritiert anfangs, dass ich mich ständig frage, wer denn hier jetzt eigentlich das Sagen hat. So genormt bin ich also? Wie peinlich! Und das, wo ich doch stets meinen Mädels erkläre, dass Frauen ALLE Jobs dieser Welt erledigen können, von Kanzlerin über KFZ-Mechanikerin bis hin zu Verkäuferin, einfach jeder Job ist machbar. Mensch Frau Rath!, da hat die eigene Wahrnehmung aber ganz schön versagt.
Doch zurück zu meinem eigentlichen Problem… Ich schildere schnell die Sachlage und zeige ihr meinen überdimensionalen Knöchel. Ich habe den Eindruck, dass sie mir meine Geschichte nicht ganz abkauft und eher denkt, dass ich mit meinen HIGH HEELS (die ich noch nicht mal besitze) durch die Gegend geeiert bin. Doch nachdem sie mit ihren Standardfragen fertig ist und ich bei der Frage, ob ich eine Bescheinigung für den Arbeitgeber brauche, ehrlich antworte, dass sie dies meinen Mann fragen müsste, da er ja dann den „Vollzeitpapa der Viererbande“ übernehmen muss, erschient ihr meine Story wieder ganz plausibel. Doch Madame ist faztrocken! Sie tastet sich bis TIEF in den Schmerz am Fuß entlang, schickt mich zum Röntgen und verkündet, dass der Knöchel nicht gebrochen ist und somit alles nur halb so wild. ?Halb so wild? Aha… ich sehe das etwas anders, so vier Tage vor Weihnachten (eigentlich ja nur noch drei, schließlich bricht in einer Stunde ein neuer Tag an), aber gut, wie sie meint. Nun erklärt sie mir, dass ich den Fuss ganz normal belasten kann, soweit es der Schmerz eben zu lässt, ich einen Voltaren-Verband bekomme und in ein paar Tagen, alles besser sein sollte. Und wenn ich ihr verspreche, den besagten Fuß schön abzurollen, dann brauche ich auch keine Bauchspritze mit nach Hause zu nehmen. Keine was? Es wird ja immer doller. Nein, da rolle ich lieber fein ab, das geht schon.
Mein Mann ist so verwundert, dass ich keine Krücken bekomme und auch den Fuß nicht still halten muss, dass er erst mal Nachforschungsfragen anstellt. Nun folgt eine kühle und knappe Erklärung: heutzutage ist es völlig EGAL, ob die Bänder gedehnt, angerissen oder ganz gerissen sind! Die Behandlung ist stets die Gleiche, da die Bänder irgendwie wieder zusammenwachsen. Wir scheinen beide recht entsetzt aus der Wäsche zu gucken und so erklärt sie noch, dass mit dieser Methode sehr, sehr gute Ergebnisse erzielt wurden. Na, dann. Nur Abrollen ist eben sehr wichtig, damit das Blut ordentlich durch den Fuß zirkuliert und sich der Bluterguss zurückbilden kann. Wird gemacht!

Und so verlasse ich eine halbe Stunde später, mit einem SCHICKEN Verband und den gleichen Schmerzen, doch total erleichtert, dass ich mich bewegen kann, darf und muss, das Klinikum und freue mich auf mein Bett. Zu Hause angekommen, schlafen mittlerweile alle selig und mein „Babysitter“ ist hoch erfreut, dass nichts gebrochen ist. Glück im Unglück, sozusagen. Und ja, ich bin tatsächlich dankbar, dass nicht mehr passiert ist und ich lediglich ein bisschen humpeln muss und mein rasantes Tagestempo etwas entschleunige, aber das war es eigentlich auch schon, oder?  Alles halb so wild also, wie schön.

In diesem Sinne meine Lieben, wünsche ich euch ein wunderschönes FEST mit Familie, Freunden und glücklichen Momenten. Genießt die Feiertage und lasst es krachen, doch immer schön aufpassen, was sich so auf dem Boden befindet 😉

Macht es fein und fühlt euch gedrückt von mir…

 

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