Was für ein unverhofft schöner Abend…

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Es hat ja echten Seltenheitswert, dass mein Mann und ich, mal an einem FREITAG- oder SAMSTAGABEND zusammen ausgehen können, denn die Arbeitswelt eines DJ’s, spielt sich ja nunmal, genau an diesen Tagen ab.  Und somit verschiebt sich unsere „wir-gehen-heute-mal-aus-Zeit“, meistens auf einen Mittwochabend. Das ist eigentlich nicht weiter schlimm, nur veranstaltungsmäßig passiert an diesen Tagen nicht wirklich viel, geschweige denn etwas Aufregendes….
Überhaupt sind die Arbeitszeiten meines Mannes alles andere als familien- und beziehungsfreundlich, wenn ich das jetzt mal so im Detail betrachte! Besser ich lasse das gleich wieder, sonst rattert gleich ein gaaaaanz langer Diskussionsleitfaden durch meinen Kopf… und das, braucht ja jetzt auch kein Mensch ;).

Wie dem auch sei, letzte Woche Samstag war solch ein seltener Moment, in dem wir es tatsächlich geschafft haben, abends das Haus zu verlassen, ins Auto zu steigen und in die nächste Stadt zu fahren. Alle Kinder waren gesund & munter und die Oma hatte auch mal wieder Zeit zum Babysitten. Das Schicksal hatte wohl Mitleid mit uns ;).

Die alles entscheidende Frage war: wohin gehen wir heute? Am besten ließe sich diese Herausforderung, bei einem Mojito in unserer Lieblingsbar klären! Also ab ins Parkhaus, Auto abstellen, vorbei am Konzerthaus (vor dem gerade eine Menge Leute standen), eine Querstraßen weiter und schwups, waren wir da. Doch oh Schreck! Was ist denn hier los? Unsere Lieblingsbar war knallvoll (ach so, Samstag!), aber auf so ein Gequetsche am Stehtisch hatte ich jetzt gar keine Lust… Wie blöd. Das hatten wir irgendwie falsch eingeschätzt…
Also zurück, Richtung Innenstadt und auf dem Weg dorthin, nach weiteren Optionen suchen. Erneut kamen wir am Konzerthaus vorbei und ich erhaschte einen Blick auf das Plakat: The Sound of Classic MOTOWN!  Waaaaaaas? Findet hier etwa heute ein Motown-Abend statt? Ohne mich??? Dazu müsst ihr wissen, dass ich ein absoluter Motown-Music-Fan bin! The Jackson 5, Diana Ross, The Supremes, Stevie Wonder, the Temptations, Marvin Gaye, the Four Tops und und und…   eine absolute Bereicherung der Musikwelt.
Wie schaaaade, dass wir hierfür keine Karten hatten! Aber wer konnte schon wissen, dass wir ausgerechnet heute, sogar Zeit hierfür gefunden hätten… Mein Mann schien meine Enttäuschung zu spüren und fühlte sich scheinbar herausgefordert, das Unmögliche möglich zu machen; er schnappte sich meine Hand und wir liefen, zielstrebig zum Eingang. Ähhhh, wie sollten wir denn da reinkommen? Mal ganz davon abgesehen, dass ich alles andere, als für einen Abend im Konzerthaus gekleidet war, (denn dank des Bänderrisses, trage ich nach wie vor meistens Turnschuhe, so auch an diesem Tag!), konnte ich mir nicht vorstellen, dass wir eine Chance haben würden, hier noch Karten zu bekommen.
Aber ok, einen Versuch war es Wert. Jetzt hieß es, eine selbstbewusste Haltung einnehmen, lächeln und wortgewandt um Einlass bitten. Fragen kostet ja nichts.
All die anderen Menschen, die da so rein und raus strömten, hatten ein sogenanntes „Auslasskärtchen“ in ihrer Hand, das sie dem jungen Mann an der Eingangstüre reichten…  und dann kamen wir!

„Was verpassen wir denn hier, heute?“ fragt mein Mann ganz unbedarft.
„The Sound of Classic MOTOWN“ entgegnet der junge Mann an der Tür.
„Wow, können wir hierfür noch Karten an der Abendkasse bekommen?“
„Ich glaube nicht, da die Kasse schon zu hat. Tut mir leid.“
„Gibt es eine andere Möglichkeit, hier noch rein zu kommen?“
„Nein.“
Doch seine Kollegin, die auf der anderen Seite der Tür stand, bemerkte, dass wir irgendwie zu der problematischeren Zielgruppe gehörten und kam mal schnell hinüber gesaust.
„Haben Sie Karten hinterlegt?“ Wir bemerkten beide, dass vier Karten auf einem Bistro-Tischchen neben ihr lagen und versuchten krampfhaft, die Namen zu entziffern, doch ich erkannte nur den fett gedruckten Preis- ohhh!
„Äh nein, wenn wir ehrlich sind, nicht! Wir wollten einfach nur fragen, ob es noch irgendeine Möglichkeit gibt, sich die zweite Halbzeit des Motown-Abends anzusehen, da die Abendkasse ja leider schon zu hat.“
“ Also wenn sie mich so fragen….. ich würde sie jetzt einfach reinlassen!“
Ahhhhh. Wie toll! Ehrlich jetzt? Ich glaub‘ es ja nicht! Einfach so? Ohne zu bezahlen? Ihrem Kollegen kam die Kinnlade runter, doch glücklicherweise reagierte mein Mann blitzschnell, bedankte sich herzlichst und zog mich hinter sich her. Zack, wir waren drin.

Allerdings waren wir nach wie vor noch recht auffällig unterwegs, da wir ja noch unsere Jacken anhatten, wohingegen alle anderen Besucher, schick gekleidet und mit einem Glas Sekt in der Hand herumliefen. Also ab zur Garderobe, die Jacken abgeben und sich dann mit einem Getränk unter die Leute mischen. Unauffällig natürlich….
An der Garderobe angekommen, empfing uns ein junges Mädel, die uns die Jacken abnahm und zwei Marken in die Hand drückte. „3 € bitte“. Doch während ich nach meinem Geldbeutel suchte, kam ihr Kollege hinzu und bemerkt leise, dass die Kassen bereits abgeholt wurden und kein Geld mehr entgegen genommen werden durfte… Und jetzt?
„Jetzt haben Sie Glück“, meint der nette Kollege „und zahlen NICHTS für die Garderobe. Viel Spaß weiterhin, genießen Sie Ihren Abend“.
Mensch dieser Abend, der ja recht aussichtslos begonnen hatte, nahm ja eine gigantische Wendung. Wahnsinn!

Jetzt erst mal etwas zu Trinken bestellen und auf dieses schöne Event anstoßen. Kaum bezahlt (ja, die Getränke durften wir dann doch bezahlen), ertönte schon der erste Gong! Oh! Die Leute strömten schon zurück in den Saal. Gut, dann trank ich eben im doppelten Tempo, denn jetzt kam ja noch die Sache mit der Platzsuche….  Besser ich war vorbereitet!
Wir entschieden uns nach oben Richtung Empore zu gehen, in der Hoffnung, dass hier mehr Plätze frei waren, als unten. Wir warteten bis sich die Saaltüren schlossen und wir den Eindruck hatten, dass alle Leute wieder dort saßen, wo sie vorher schon gesessen hatten und wir somit besser einschätzen konnten, welche Stühle noch frei waren. Tadaaa, mittig, mit wunderbarem Blick auf die Bühne, waren ein paar Plätze unbesetzt. Zielstrebig liefen wir dort hin, setzten uns und schon ging es los!
Tse, ich war selbst sprachlos. Doch noch bevor ich dazu kam, über alles nachzudenken, erschien auch schon der legendäre Entertainer Ron Williams, der uns für den Rest des Abends durch die Geschichte des Plattenlabels Motown führte. Mit einer zehnköpfigen Live-Band und vielen Leadsängern rauschten wir durch die Originalsounds von Songs wie „Stop! In the Name of Love”, „Papa Was A Rollin’ Stone”, „Ain’t no mountain high enough”, „Signed, Sealed, Delivered … I’m Yours”…
Wunderschön. Wahnsinns Stimmung. Glückseliger Moment.

Und so verbrachte ich mit meinem Lieblings-DJ 😉 einen wunderschönen Abend im Konzerthaus…

 

2 Gedanken zu „Was für ein unverhofft schöner Abend…

  1. Ich freue mich sehr für Euch. So ein schöner Abend. Ich finde, dass hast Du Dir verdient. 🙂 Ganz lieben Gruß und noch ein Frohes – schönes, spaßiges, ruhiges, herzliches, aufregendes, entspanntes und alles auf einmal was Du Dir wünschst – neues Jahr 2016, Martamam

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