Wenn es wieder drunter und drüber geht…

Chaos_to_structure

Es gibt so Tage, da fühlt sich alles so „drunter & drüber“ an… Also damit meine ich jetzt nicht, dass der Alttag zu voll gepackt ist und alle Termine mal wieder auf einen einzigen Tag fallen. Diese Momente gibt es tatsächlich immer mal wieder und obwohl ich stets denke, dass mir dies nicht noch einmal passiert, kann ich mir sicher sein, dass nur wenige Wochen später, das gleiche Terminchaos auf mich wartet 😉 .

Nein ich meine, es gibt so Tage da habe ich das Gefühl, dass meine Kinder völlig aus dem Ruder laufen, außer Rand und Band sind und irgendwie nicht mehr alle Tassen im Schrank haben. Es sind so Tage, an denen sie sich untereinander nur noch streiten; ich sagen kann, was ich will, aber eh keiner zuhört; sie mir Löcher in den Bauch fragen, obwohl sie die Antwort bereits kennen und sie scheinbar völlig vergessen haben, wo MEINE Grenzen liegen! Ich könnte meine heiß geliebten Mäuse, dann einfach auf den Mond katapultieren und finde die Entfernung noch nicht weit genug 🙂 .
Doch plötzlich kommt dieser Moment, in dem ich feststelle, dass dieser Zustand nichts mit meinen Kindern zu tun hat, sondern mit MIR! Einzig und allein mit mir… Es sind die Tage, an denen meine innere Klarheit sich verabschiedet hat und Pause macht, da scheinbar einiges durcheinander geraten ist und ich mich selbst aus den Augen verloren habe. Es sind die Tage, an denen ich mich frage, ob ich denn alles falsch gemacht habe? Die Tage, an denen ich mich klein und angreifbar fühle, an denen mir alles über den Kopf zu wachsen scheint und ich stark an MIR selbst zweifle. An denen ich mich frage, was ich machen muss, damit es endlich besser/ einfacher läuft. Die Tage, an denen ich mich gefangen fühle und am liebsten die Tür hinter mir zumachen würde, um eine Zeit lang, ganz ALLEINE in Urlaub zu fahren. An denen ich keine Lust auf Konsequenz habe und mir so Sätze rausrutschen wie: “ ach, dann mach doch was du willst!“ Diese Konsequenz, die ich hin und wieder sooooooo anstrengend finde im Familienalltag und die mir unglaublich viel Kraft raubt, zumal ich das Gefühl habe, dass es eh nichts bringt…

DIESE Tage… scheinen meine Kinder ganz schön zu verunsichern und da sie auf der Metaebene noch nicht ganz so fit sind 🙂 , zeigen sie es mir eben durch Streit, Gebrüll und andere Nettigkeiten, bis es bei mir endlich klick macht. Und dann?

Ja, dann muss ich mich erst mal hinsetzen und NACHDENKEN… egal wieviele „to do’s“ auf meiner Liste stehen oder Anrufe auf meinem AB blinken! Jeder hat hier ja eine andere Art damit umzugehen, doch durch die vielen „Burnout-Seminare“, die ich beruflich gegeben habe, ist mir bewußt geworden, wie wichtig es ist, inne zu halten, durchzuatmen und wieder zu innerer Struktur und Klarheit zu finden. Und wie fatal es sein kann, einfach weiter zu machen…
Und so habe ich mir angewöhnt, an diesen Tagen, mein Notizbüchlein zu zücken und mein gesamtes Kopfkino nieder zu schreiben! Ohne WERTUNG, ohne Punkt und ohne Komma! Danach geht es mir meistens schon besser und ich habe ein Stückchen mehr Durchblick und das Gefühl wieder zu mir selbst zu finden. Anschließend mache ich mir erneut bewußt, was für MICH besonders wichtig ist im Familienleben und worauf ich eher nicht soviel Wert lege…  und durch diesen Schritt, wird mir auch klar, an welchen Stellen, ich in den letzten Tagen, die Struktur habe schleifen lassen und dringend wieder zurück zur Linie finden muss. Das dauert in der Regel ein paar Tage, doch dann hat selbst die Letzte in der Familie verstanden, dass Mama wieder „voll da“ ist 😉 . Und ja, ich finde dies ist mit Abstand der anstrengendste Part im Be- und Erziehungsalltag und an dieser Stelle wollte ich schon öfter Mal hinschmeißen, doch letztendlich glaube ich fest daran, dass meine Kinder, mir eines Tages dankbar sein werden, dass ich mir selbst treu geblieben bin…. Und die Hoffnung, stirbt ja bekanntlich zuletzt 😉 .
Also nicht, dass ihr jetzt denkt, dass ab diesem Zeitpunkt alles wieder harmonisch und in gegenseitigem Einverständnis läuft… davon bin ich meistens weit entfernt! Und das ist mit vier willensstarken und stets „mit allen Mitteln“ ausprobierenden Mäusen auch utopisch. Aber mir selbst geht es dann einfach besser und die zweifelnden Stimmen werden leiser… und das ist ein wesentlich schöneres Gefühl.

Und wisst ihr was das schwierigste für mich an diesem Prozedere ist? Die ZEIT… denn die habe ich eigentlich gar nicht, wirklich nicht. Doch mittlerweile SCHNAPPE ich sie mir einfach 😉 . Zack, ganz egoistisch! Und auch wenn es an diesen Tagen, dann eben nur Tiefkühlpizza gibt, so spüre ich doch ein leichtes Aufatmen meiner Mädels und eine deutlich ruhigere Stimmung im Familiengeschehen… und DAS ist doch vielmehr Wert, als all die „to do’s“ auf meiner Liste.

Oder was meint ihr, meine Lieben?

2 Gedanken zu „Wenn es wieder drunter und drüber geht…

  1. Hi, das hast Du sehr schön geschrieben. Und da kam bei mir auch gerade der Gedanke auf, dass ich den unerwünschten „Kontrollverlust“ meistens dann spüre, wenn ich mir selbst nicht sicher bin, d.h. wenn ich selbst nicht weiß, wo meine Prioritäten liegen. Du hast recht, wenn wir uns nicht klar darüber sind, was uns im Familienleben wichtig ist, dann geht alles drunter und drüber oder zumindest fühlt es sich dann viel mehr danach an. Wahrscheinlich geht oft alles drunter und drüber („irgendwie“ – wie Du neulich schon so schön beschrieben hast), aber wenn wir selbst keine Linie mehr haben, dann fühlen wir uns nicht gut dabei. Wenn ich weiß, wo ich stehe, dann nehme ich es lockerer, wenn mal was nicht hinhaut. Dann finde ich einen guten Kompromiss oder kann meine Kinder darin unterstützen, sich wieder zu beruhigen, einen Streit zu schlichten oder eine Situation zu meistern. Wenn ich mich selbst verloren habe, dann funktioniert all das nicht und es fühlen sich alle schlecht dabei. Deshalb kann ich ganz in Deinem Sinne bestätigen, Mama braucht auch mal eine Atem- oder Denkpause, damit das Familienleben wieder besser klappt. Lieben Gruß, Martamam

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