Da geht sie dahin…. die Kinderwagenära

Soeben habe ich meinen Kinderwagen verkauft und sollte mich eigentlich freuen, dass es so schnell ging und ich eine total nette Käuferin gefunden habe. Doch so richtig gut fühlt es sich noch nicht an. Ich meine klar, jetzt habe ich wieder mehr Platz im Keller und wir haben den Wagen ohnehin schon länger nicht mehr benutzt, da unsere kleine Minimaus lieber läuft als geschoben zu werden. Rational gesehen ist das alles toll und nicht weiter erwähnenswert. Doch da ist noch etwas anderes, es fühlt sich an, wie eine Art Abschied von einer wunderschönen und intensiven Zeit mit meinen Babies 🙂 , denn immerhin habe ich fast ZEHN Jahre lang einen Kinderwagen um mich herum gehabt. Mhhhh, ist also mal wieder diese Nostalgiekiste, die mich umtreibt…

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Wenn ich an die Zeit zurück denke, als wir damals unseren ersten Kinderwagen gekauft haben, muss ich stets schmunzeln. Und wenn ich heute Eltern in Babygeschäften beobachte, die sich mit der Qual der Wahl abmühen, dann huscht mir meist ein Lächeln übers Gesicht. All diese Fragen, die man da so im Kopf hat: was soll der Kinderwagen alles können? Für welche Zwecke brauchen wir ihn hauptsächlich? Sind wir mehr im Gelände oder in der Stadt unterwegs? Ist das Gestell hoch genug, auch für große Menschen? Und wie flexibel lässt sich der Schieber einstellen? Wie groß ist die Einkaufstasche unter dem Kinderwagensitz? Passt dort der ganze Kram von Einkäufen bis Spielplatzförmchen hinein? Wie viel Budget haben wir zur Verfügung? Wie leicht lässt sich das Model zusammenklappen und ins Auto einladen? Welche Farbe gefällt uns beiden? Entscheiden wir uns für eine Babywanne oder eine Tragetasche? Nehmen wir den Autositzadapter gleich mit dazu? Welche Reifen gefallen uns? Wie wendig muss der Wagen sein? Welcher Hersteller sagt uns zu? Brauchen wir wirklich einen Sonnenschirm? Wie viel kostet das Sonnenverdeck dazu? Und wie oft werde ich es verwenden? Ab wieviel Monaten können wir dann den Sportsitz verwenden? Und wie funktioniert eigentlich der Umbau von Babywanne auf Sportsitz?

Also beim Kauf unseres ERSTEN Kinderwagens, bin ich fest davon ausgegangen, dass ich in den Babyfachhandel hinein gehe, ein paar Modelle ausprobiere, vielleicht noch die ein oder andere Hintergrundinfo einhole, mich dann in einen Wagen verliebe und zack – zwei Stunden später MIT dem Objekt der Begierde wieder das Geschäft verlasse 😉 .

Nun ja, was soll ich sagen? Ich hatte die Rechnung wohl ohne die gigantische Baby- und Kleinkindindustrie gemacht. Um ehrlich zu sein, bin ich mit wesentlich mehr Fragen aus dem Fachgeschäft wieder heraus gekommen als ich hinein gegangen bin. Und von einem neuen Kinderwagen war ich weiter entfernt denn je. Es dauerte sage und schreibe acht Wochen und unzählige Besuche in weiteren Fachmärkten, bis wir uns endlich entschieden hatten und glücklich – vor allem aber erleichtert – nach Hause fuhren. Denn allmählich bekam ich auch schon Schweißausbrüche, da der Geburtstermin schließlich immer näher rückte und ich mir schon Horrorszenarien ausmalte, dass ich die erste Zeit mit Baby wohl ohne Wagen verbringen müsste.

Nun seit dieser Entscheidung von damals, habe ich also stets einen Kinderwagen vor mir, hinter mir oder um mich herum geschoben. Natürlich gab es dann im Anschluss noch diverse weitere „Wagenkäufe“. Schon ein Jahr später, ratterten unsere Fragen und Entscheidungen, um einen Buggy herum, der lediglich fürs Auto sein sollte, weitere dreieinhalb Jahre später, entschied ich mich dann den Kinderwagen zu verkaufen und einen komfortableren Buggy zu nehmen, der weniger Platz im Flur wegnahm und leichter im Transport war, als der große Kinderwagen. Ich gebe zu, schon der Verkauf des ersten Kinderwagens war ein enormer Schritt für mich, da ich so viele wunderschöne und lustige Erlebnisse damit in Verbindung brachte. Zudem wurde mir klar, dass mit diesem Verkauf auch die Babyphase unserer drei süßen Mäuse endgültig endete. Na und vom Gedanken an ein viertes Mäuschen war ich noch weit entfernt 😉 .

Doch zum Glück – zu unserem großen, großen Glück – kam ja unsere Überraschungsmausi hinterher und so konnte ich nach einem Jahr kinderwagenfreie-Zeit noch mal aus den Vollen schöpfen. Was für eine Freude! Und diesmal ging ich mit einem ganz anderen Wissen an diese Aufgabe heran, schließlich wußte ich genau, was mir wichtig war und auf welche Besonderheiten ich getrost verzichten konnte. So Dinge wie einen Schwenkschieber beispielsweise, habe ich nur selten benutzt, schon allein deswegen, weil ich ja meistens meine Wickeltasche am Bügel festgemacht hatte und diese jedes Mal vorher hätte abmachen müssen, bevor ich den Bügel schwenken kann…. das war mir dann im Alltag oft zu anstrengend.
Ok und wenn ich ganz ganz ehrlich bin, dann wollte ich schon beim ersten Kinderwagenkauf, dieses Modell von der Gott und die Welt schwärmte und welches ich vom Design her, unglaublich schön fand 😉 . Ertappt!

Mhhhh und nun ist es wieder so weit, doch diesmal hat es etwas ENDGÜLTIGES, wirklich Endgültiges… ganz sicher 😉 ! Und das macht es eben auch ein klitzekleines bisschen anders, ich will nicht unbedingt sagen schwerer, aber eben doch nostalgischer, denn selbst die Babyphase unserer Jüngsten ist wohl endgültig vorbei. Mittlerweile läuft und rennt sie einwandfrei, spricht immer längere Sätze und hat begonnen ihren eigenen Kopf durchzusetzen…

Doch bei aller Nostalgie, ich freu mich doch ein bisschen, denn jedem Ende wohnt ja meist ein Anfang inne 🙂 …

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