Wiedereinstieg, die Vierte…

 

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Ahhhhh, ich kann es selbst kaum glauben, doch seit vier Wochen arbeite ich wieder 😉 , also so wie früher

mit Kollegen

         Kaffeepause

                                                              SITZEND

                           klarer Aufgabenstellung

                                                                                   Teammeetings

 

                                                            und Berufsverkehr.

 

Herrlich sage ich euch.
Aber ich gebe zu, ich war ganz schön aufgeregt. Mir sind tausend Dinge durch den Kopf geschwirrt und ich habe vorab eine „to do Liste“ geschrieben, die seines gleichen sucht. Irgendwie wollte ich so viele Projekte wie möglich noch vor dem Wiedereinstieg abarbeiten, als ob ich zu 100 % wieder anfangen würde und kaum noch einen Tag zu Hause wäre. So flitze ich also durch den Garten und mähe den Rasen, schneide die Büsche zurück, räume das Kindergartenhäuschen auf, ORGANISIERE die Garage neu, damit Roller, Fahrräder & Co wieder an Ort und Stelle stehen, erledige einen riesigen Wocheneinkauf, damit genügend Vorrat im Haus ist, kaufe Kleber, Stifte und Büromaterial, damit die Kinder auch gut für die kommenden Schultage gerüstet sind und sause durch den Keller, den ich schon lange mal wieder aufräumen wollte. Auch WÄSCHE und  Putzerietis kommen nicht zu kurz und so bin ich von morgens bis abends äußerst aktiv. Woher all diese Energie kommt, bleibt mir selbst schleierhaft doch in mir macht sich eine innere PANIK breit! Mich beschleicht das Gefühl, dass ich all diese Dinge nicht mehr erledigen kann, wenn ich erst einmal wieder angefangen habe zu arbeiten. Und ich muss über mich selbst lachen, als ich dann abends völlig erledigt auf der Couch lande. Denn schließlich steige ich gerade mal wieder zu 25% ein… das sind knapp 10 Stunden, wovon ich einen Teil sogar von zu Hause aus organisieren kann. Also alles völlig übertrieben, ich weiß. Doch im Nachhinein ist diese innere Unruhe auch ganz praktisch, denn all diese Themen wollte ich ja schon laaaaaaaange lange erledigt haben 😉 . Bis auf mein Fotoprojekt! Das habe ich nicht mehr geschafft. Aber ich glaube das werde ich NIE schaffen. Ich hatte mal die wahnwitzige Idee, alle Fotos seit 2009 zu sortieren (bis dahin gibt es noch Fotoalben), nach Ereignissen zu beschriften und für jedes Jahr ein Fotobuch zu drucken… Die Idee finde ich immer noch spitze und bestimmt ergibt sich eines Tages mal die Gelegenheit, dies auch tatsächlich umzusetzen. Bestimmt!

Aber wie dem auch sei, ich hatte (und habe) wirklich großen Respekt vor dieser Herausforderung. Gerade weil ich das ganze schon drei mal mitgemacht habe, weiß ich in welchen Bereichen für mich die Schwierigkeiten liegen. Doch irgendwie ist mir jetzt zu Hause auch die Decke auf den Kopf gefallen und ich dachte es wäre an der Zeit wieder ein bisschen Veränderung in meinen Alltag zu bringen.
Nun ja, bisher macht es wirklich Spaß, ich habe viele ehemalige Kollegen wieder getroffen, mein Arbeitsplatz ist schön ruhig, ich kann Mittagessen ohne ständig jemanden zu ermahnen, überhaupt kann ich meinen Teller aufessen, da meine Tischnachbarn auch schon schön essen können 😉 , ich habe nette NEUE Kollegen, keiner zerrt und zupft an meinen Kleidern, wenn es nicht schnell genug geht, ich darf ALLEINE auf die Toilette gehen und ich bin mal wieder Sabine Rath… Toll.

Nun ja und da ich in dieser Hinsicht schon einige Erfahrungen sammeln durfte, habe ich noch eine kleine Liste  zusammengeschrieben mit den Punkten, die ich für MICH besonders wichtig fand.

TIPPS für den Wiedereinstieg:

  • klare Vorstellung was ich leisten kann und was nicht:
    • inhaltlich
    • an Stunden pro Woche
    • gibt es die Möglichkeit teilweise von zu Hause aus zu arbeiten?
  • Organisation der Kinderbetreuung, inklusive Plan B, falls das Kind krank ist oder Kita/ Kindergarten geschlossen hat (Pädagogischer Tag und so…)
  • Netzwerk von Freunden, die kurzfristig einspringen können, bei unvorhergesehenen Zwischenfällen (Sturz vom Klettergerüst, gebrochener Finger, Gabel im Auge)
  • Klare Absprache mit dem Partner, wer für was zuständig ist (am besten jeden Tag aufs Neue 😉 )
    • eventuell Unterstützung für den Haushalt organisieren
  • Wie und wann gestalte ich all die Dinge um, die ich bisher in DER Zeit erledigt habe, in der ich jetzt arbeiten gehe?
  • Besser mit weniger Stunden anfangen und einige Monate lang testen, bevor man sein Pensum erhöht (falls möglich)
  • Am besten zwischen Mai und September wieder einsteigen, denn Kinderkrankheiten sind in diesen Monaten eher selten

Und wie habt ihr das so gelöst? Oder genießt ihr noch eure Zeit zu Hause?
Ich freue mich sehr über eure Erfahrungen und bin gespannt wie ihr das so gelöst habt 😉 .

Habt es fein und fühlt euch gedrückt,
eure working mom

Ein Gedanke zu “Wiedereinstieg, die Vierte…

  1. Hallo, nun habe ich mal wieder in Deinem Blog gelesen und erfahre erst jetzt, dass Du seit Juni wieder arbeitest. Alle Achtung. Und? Wie läuft das so? Fühlst Du Dich wohl damit? Ich grübele gerade sehr, ob ich das alles noch leisten will, was ich gerade so mache.

    Ich bin seit Oktober 2015 nach einem Jahr Elternzeit mit der dritten Maus wieder eingestiegen. (Vorher bin ich auch jedes Mal nach einem Jahr wieder arbeiten gegangen. Zwischendurch für kurze Zeit 50%, dann 75%, dann auch zwei Jahre wieder in Vollzeit). Jetzt arbeite ich vorerst mit 34 Wochenstunden, einen Tag davon im Homeoffice. Das Abholen der Mäuse teile ich mir mit meinem Mann. Jeder hat also zwei lange und zwei kurze Arbeitstage und ich am fünften Homeoffice (meistens mit Abholen).

    Es läuft gut, aber es ist mir eigentlich zu viel. Wären da nicht die finanziellen Nöte (ich habe mir mein letztes Jahr Elternzeit mit einem Kredit „erkauft“, den ich noch abbezahlen muss), würde ich gerne für eine ganze Weile weniger arbeiten. Das steht auch ganz fest auf meiner Liste für offene Wünsche. Sobald der Kredit abbezahlt ist, will ich eine 4-Tage-Woche. Basta. 🙂

    Aber ich bin im Büro ganz glücklich. Ohne meinen Schreibtisch und meine Kollegen würde mir etwas fehlen und ganz ehrlich, nach 3 Wochen Urlaub mit drei Kindern ist es auch mal wieder schön, meine Tasse Kaffee in Ruhe zu trinken, klar strukturierte Aufgaben zu haben, das Gefühl zu haben davon auch etwas zu Ende zu bringen und mich nicht mit einem weinenden, schreienden und maulenden Gegenüber abkämpfen zu müssen. Meine Kollegen sind erfrischend anspruchslos, was meine Diplomatie und Kommunikationsfähigkeiten angeht. 🙂

    Also, berichte doch mal bei Gelegenheit, wie Deine ersten Monate so verlaufen sind. Ich freue mich, von Dir zu lesen.

    Martamam

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