Umschulung die Erste und Einschulung die Dritte…

Huhu meine Lieben,

das Thema „Schule“ hat mich wieder voll im Griff und ich bin froh, dass ich vor lauter Materiallisten, Elternabenden und Einschulungsevents endlich wieder Land in Sicht sehe. Die Zeit des Ausschlafens und „in den Tag hineinlebens“ ist hiermit zwar endgültig beendet (das ist schade), aber dafür gehören die Vormittage wieder ein bisschen mehr mir (und das ist schön 😉).

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Dieses Jahr hatten wir einen großen Umbruch im Thema Schule, denn meine Mausi Nr. 1 ist auf die weiterführende Schule gekommen und hier kenne ich mich ja mal noch so gar nicht aus. Im Umfeld Grundschule fühle ich mich schon recht erfahren und weiß ungefähr was auf mich zukommt, aber auf der weiterführenden Schule??? Meine „Kleine“ soll jetzt mit den 16-jährigen auf dem Pausenhof „abhängen“? Mit geschminkten Mädels und supercoolen Jungs??? Und geraucht wird da auch schon? Urrrrg…

Irgendwie war mir das alles nicht ganz geheuer und ich hätte gerne noch mehr Zeit für diesen Schritt gehabt. Doch meine Tochter war in dieser Hinsicht äußerst gelassen. Im Gegenteil, sie war sogar total happy. Allerdings hing dies eher mit der Tatsache zusammen, dass sie mit Beginn der fünften Klasse, endlich ihr laaaaaaang ersehntes Handy bekam (dummerweise hatten wir vorab nicht geklärt, ob beim Begriff „Beginn der 5. Klasse“ die Sommerferien mit inbegriffen sind oder nicht 🙈 – FEHLER!). Auf jeden Fall konnte sie nun ständig mit ihren Freundinnen „whatsappen“, nachdem sie zuvor mindestens eine Stunde mit ihnen am Telefon gebabbelt hatte 😱… Aber gut, ich erinnere mich schwach auch mal in diesem Alter gewesen zu sein und war an dieser Stelle einfach mal still.

Wie dem auch sei – auch an den weiterführenden Schulen, gibt es so etwas wie einen „Einschulungsnachmittag“ für die Familien und ich muss sagen, bis auf die Schultüte läuft es sogar recht ähnlich ab. Der Direktor/ die Direktorin hält eine Ansprache, das Orchester und der Chor der Schule erheitern die Stimmung und nachdem die Lehrer vorgestellt wurden, werden die Kinder namentlich aufgerufen, um dann mit ihren KlassenlehrerInnen für eine halbe Stunde ins neue Klassenzimmer zu entschwinden. Aha. Ich war ein bisschen erleichtert und interpretierte dies als ein gutes Zeichen. Während wir Eltern also mit Kaffee und Kuchen versorgt wurden, um uns gegenseitig ein bisschen näher kennenzulernen (auch so ein Thema für sich 😜), fragte ich mich innerlich, wie es wohl meinem Töchterlein geht? Ist die Lehrerin nett? Wie gefallen ihr die neuen Mitschüler? Und überhaupt, wie kommt sie mit alledem zu Recht? Ich glaube ich bin in dieser Hinsicht irgendwie komisch, aber wenn meine Kinder in eine – für sie ungewohnte – Situation kommen und ich sie nicht begleiten kann, dann frage ich mich oft, wie sie sich in solchen Momenten fühlen und ob sie für alles gewappnet sind, was da so auf sie zukommt. Und ob wir als Eltern einen brauchbaren Job gemacht haben, so dass unsere Kinder genügend Rückgrat und Selbstbewusstsein in sich tragen, damit sie sich in solchen Situationen nicht verloren fühlen.
Doch noch während ich so grübelte, kam meine Mausi mit einer Tasche voller Informationszettel (wie ich das liebe…) anspaziert, einem schuleigenen Hausaufgabenheft und einem schicken Stundenplan (von dem ich gerade mal D – für Deutsch und M – für Mathe verstanden habe. Der Rest waren reine Hieroglyphen für mich 😳). Und so verabschiedeten wir uns noch von dem ein oder anderen, gingen nach Hause und waren guter Dinge für die kommenden Tage.

Nun, seitdem heißt es für uns auf jeden Fall eine halbe Stunde früher aufstehen (für mich also 5:45 Uhr, für meine Kinder 6:45 Uhr), denn die Schule beginnt um 7:55 Uhr – wohingegen unsere Grundschule erst um 8:30 Uhr anfängt. Das war schon mal ein harter Einstieg für meine Süße, denn sie gehört auf jeden Fall zur Gattung der Eulen 😉 (also Langschläfer), aber dank der Aufregung vor dem ersten Unterricht, war sie pünktlich zum Frühstück am Esstisch. Doch je näher die erste Schulstunde rückte, desto nervöser wurde meine Große… und obwohl sie sich fest vorgenommen hatte alleine los zu laufen, fragte sie mich in letzter Sekunde, ob ich nicht doch mitkommen könnte. Mein Mutterherz hüpfte vor Glück (natürlich komme ich mit! Gerne sogar.) und ich freute mich, dass ich sie auf diesem Weg noch begleiten durfte 😌. Allerdings verabschiedeten wir uns vor der Schule dann ohne Kuss und Umarmung, dafür aber mit einem liebevollen „tschüss und bis später“. Na, das war doch schon etwas.

Wer mich kennt, weiß dass auch an diesem Vormittag, viele Fragen durch meinen Kopf sausten 🙆, doch glücklicherweise gabt es genügend Ablenkung durch Wocheneinkauf & Co. Ich war gespannt wie ein Flitzebogen, als meine Große zum Mittagessen nach Hause kam und war ganz positiv überrascht, wie gut gelaunt und zufrieden sie war. Denn während der Sommerferien und bereits in den letzten Wochen der Grundschule, hatte ich meine Älteste oft schlecht gelaunt erlebt und mit sich und ihrer Lage irgendwie unzufrieden. Dies konnte ich nicht richtig ein- bzw. zuordnen, da ein solches Verhalten für sie eher ungewöhnlich ist. Um so größeren Respekt hatte ich vor den ersten Schultagen. Apropos Respekt… diese Aufgabe eine weiterführende Schule zu suchen und zu finden, fand ich unglaublich schwierig und anstrengend. Ich meine, es gibt so viele Möglichkeiten (zumindest bei uns – und das macht es nicht gerade einfacher). Angefangen bei der Schulart (Realschule, Gymnasium, Ganztagsschule…), weiter über G8 oder G9, bis hin zu der Frage, wie weit sollte der Schulweg sein oder welche Freundinnen gehen wohin. Uff – reines Kopfkino!
Letztendlich haben mein Mann und ich mehrere Abende zusammengesessen und uns überlegt, welche Stärken unsere älteste Tochter in sich trägt und mit welchen Herausforderungen sie bisher zu tun hatte, wo ihre Leidenschaft liegt und welche Einstellung sie generell zum Thema Lernen und Schule vertritt. Und nach Rücksprache mit der Lehrerin (die glücklicherweise eine sehr ähnliche Ansicht hatte), haben wir uns dann für ihre jetzige Schule entschieden – in dem Fall G9, in fünf Minuten mit dem Fahrrad zu erreichen und ein Tag wird sogar im Wald unterrichtet. Vom Bauch her hat sich diese Schule wirklich passend und gut angefühlt, doch die Tage und Wochen, die es braucht bis man nach der „Bewerbung“ eine Zu- oder Absage erhält, haben sich eher nicht so gut angefühlt 🙆. Und gewisse Zweifel blieben einfach bis zum Schluss – schließlich ist dies alles Neuland für uns gewesen und leider ging keine einzige ihrer Freundinnen mit ihr dorthin…

Doch ich kann euch gar nicht sagen, wie glücklich ich bin, dass wir scheinbar die richtige Wahl getroffen haben – denn Mausi Nr. 1 kommt (bisher!) jeden Tag gut gelaunt nach Hause, sie mag ihre Lehrer und hat auch schon zwei neue Mädchen kennengelernt. Sie wirkt wie ausgewechselt und hat neben der Lernerei (die sich noch in Grenzen hält) wohl auch eine Menge Freude in der Schule. Das ist Balsam für meine Seele und ich freue mich einfach mit ihr gemeinsam, dass wir ihr einen guten Start ermöglichen konnten. Ich bin mir zwar sicher, dass hier noch andere Zeiten auf uns zukommen werden, doch für den Moment genieße ich es 😌.

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Aber da war doch noch was… stimmt! Meine süße Nr. 3 wurde nur drei Tage später eingeschult 🙌. Und der ein oder andere hier, der meinen kleinen Tornado kennt, kann sich vorstellen, welch großen Respekt ich vor diesem Tag hatte. Denn Mausi zählt zu den Muss-Kindern und ist gerade mal acht Wochen vor ihrer Einschulung sechs Jahre alt geworden. Zwar gebe ich zu, dass sie mehr als bereit war für diesen Schritt, doch die kleine Maus hatte so gar keine Lust auf Schule und noch weniger auf Hausaufgaben (den älteren Geschwistern sei dank!). Um so gespannter war ich also, wie sie ihren großen Tag und auch die erste Woche so meistern würde. Hinzu kommt, dass sie hier zu Hause (in ihrem gewohnten Umfeld) zwar oft den „Chef“ spielt und wie ein kleiner Feldwebel durch die Familie saust,  doch manchmal wirklich Schwierigkeiten hat, alleine in einem neuen Umfeld Fuß zu fassen.

Aaaaaber, sie hat das ganz toll gemacht. Ich war selbst überrascht, ehrlich. Ich meine, ich kenne zwar den Ablauf der Einschulung und auch das Prozedere in der Grundschule, doch ich kenne eben auch meine Kinder 😉.
Am Tag der Einschulung stand Mausi Nr. 3 auf jeden Fall mit stolz geschwellter Brust, einer riiiiiiesigen Schultüte (selbstgebastelt) und ihrem Schulranzen bereits eineinhalb Stunden vor Termin, startklar in der Tür 😂. Sooo süß. Ich selbst allerdings, schämte mich ein bisschen, denn wohingegen ich bei unserer allerersten Einschulung vor fünf Jahren, bereits Wochen vorher, alles für die Schultüte organisiert hatte, habe ich es diesmal erst einen Tag zuvor geschafft, die kleinen Geschenke zu besorgen, in Geschenkpapier zu wickeln und in der Schultüte nebst einigen Süßigkeiten zu verpacken. Aber glücklicherweise laufen diese Dinge ja im Hintergrund ab, so dass meine kleine Schulanfängerin nur sehen konnte, dass ich ihren Lieblingskuchen (Buttercremetorte) gebacken hatte und der Tisch morgens ganz in ihrem Sinne gedeckt war 🎀. Diese leuchtenden Kinderaugen in solchen Momenten, sind das größte Geschenk für mich 💕.

Und so habe ich also seit einer Woche drei Schulkinder und „nur“ noch ein Kindergartenkind. Hui… wie die Zeit vergeht. Wahnsinn. Toll und aufwühlend zugleich 😉. Toll, weil ich es wunderschön finde zu beobachten wie meine Kinder wachsen und sich entwickeln und aufwühlend, weil es mir manchmal (trotz all des Genöles und Streits) einfach zu schnell geht und ich mich frage, ob ich wirklich genug für sie da war und bin… Wieder so typisch ICH! Oder ist das ein Mami-Defekt?

Auf jeden Fall kann ich schon mal festhalten, dass sich unser morgendlicher Ablauf ganz schön verändert hat und meine tolle Routine der letzten zwei Jahre irgendwie dahin ist 😏. Allein die Tatsache, dass die Älteste eine Stunde früher aufstehen muss als die Jüngste, ist beim gemeinsamen Frühstück – na sagen wir mal – herausfordernd.
Doch ich bin froh, dass wir die erste Schulwoche geschafft haben (uff), alle meine Mädels ihre Schulmaterialien und Hausaufgaben dabei hatten, keiner zu spät gekommen ist (nicht mal in den Kindergarten) und ich all meine Unterschriften auf sämtlichen Zetteln und Büchern verteilt habe.

Um so mehr, freue ich mich nun auf ein wundervolles Wochenende – mit Ausschlafen und gemütlichem Frühstück… ok, das war ein Scherz 😂, aber immerhin besteht die Chance, dass wir um 7:45 Uhr am Esstisch sitzen werden und nicht (wie sonst um diese Zeit) auf dem Fahrrad  🙌…

Fühlt euch umarmt und gedrückt und habt ein wunderschönes Wochenende 🌻☀🍁.

 

 

Ein Gedanke zu “Umschulung die Erste und Einschulung die Dritte…

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