Klimaschutz beginnt zu Hause…

Hey meine Lieben,

stellt euch vor, ich wurde für einen Beitrag des „Stadt, Land, Kind“ Magazins interviewt und habe hier über unsere Erfahrungen in Bezug auf unsere CO2 Bilanz als Familie, sowie die Umstellung in ein unverpackteres Leben berichtet. Und tadaaaa – nun ist das Heft erschienen und kann auch als e-paper gelesen werden 😉:

https://www.stadtlandkind.info/epaper/slk22/8/

Das Interview fand bereits im Januar statt und tatsächlich hat sich seitdem doch wieder ein bisschen etwas getan bei uns. Allerdings hat mich der Beitrag von Viola Muster erneut ins Grübeln gebracht und mir klar gemacht, dass wir als Familie noch weit entfernt sind von einer nachhaltigen Lebensweise… Denn sie sagt:

Wirklich nachhaltig leben heißt: nicht Auto fahren, nicht fliegen, in einer möglichst kleinen Wohnung wohnen und möglichst wenig tierische Lebensmittel kaufen.“

Danach habe ich dann doch erst Mal geschluckt! und für einen kurzen Moment überlegt, ob das wirklich alles so Sinn macht, was wir hier gerade begonnen haben… Doch andererseits ist aller Anfang schwierig und auch wenn die Ergebnisse vielleicht (noch) nicht bahnbrechend sind oder etwas bewirken, so hat doch immerhin ein Umdenken bei uns in der Familie stattgefunden. Denn immer öfter fragen wir uns, inwieweit die ein oder andere Aktion oder Neuanschaffung auch wirklich nachhaltig bzw. umweltverträglich ist und welche Alternativen es hierzu gäbe.
Aber ich muss an dieser Stelle auch sagen, dass das Verlassen der Komfortzone wirklich eine Herausforderung ist – vor allem für mich. Denn innerhalb unserer Familie bin doch ich diejenige, die lieber konsumiert als verzichtet, die liebend gerne verreist (wenn möglich um die ganze Welt) und die schicke Autos einfach spitze findet 🙈… Doch glücklicherweise gibt es hier ja meinen Mann, der mich von all diesen Dingen abhält und somit auf „natürliche Weise“ für ein bisschen Nachhaltigkeit sorgt. 😉

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und freue mich über Ideen und Inspirationen zu diesem Thema. 💗

Ein kleiner Anfang in ein „unverpackteres“ Leben…

Meine Lieben,

das Thema „Umwelt, Müll & Nachhaltigkeit“ beschäftigt mich ja schon eine ganze Weile und all die Bilder von Kindern, die in einem Meer aus Plastik baden, die verheerenden Unwetter und die sich verändernden Jahreszeiten treiben meine Gedanken um. Hinzu kommt, dass auch meine beiden ältesten Töchter mit genau diesen Themen aus der Schule kommen und mich vor einiger Zeit beim Mittagessen fragten, wie denn eigentlich die Ökobilanz unserer Familie ausfällt 😳. Ähhh… ja. Gute Frage. Das weiß ich eigentlich gar nicht.
Glücklicherweise wurde diese Frage dann in der Schule ausgearbeitet und zu meiner großen Erleichterung, kamen wir dabei gar nicht all zu schlecht weg. Allerdings gibt es noch eine Menge Luft nach oben. Dies wurde leider auch gleich klar. Dinge, die wir bisher (laut Ökobilanzrechnung) schon ganz gut machen sind beispielsweise nur ein Auto zu haben, zur Schule/ zum Kindergarten weitestgehend zu laufen oder mit dem Fahrrad zu fahren, in einem gedämmten Haus zu leben, in der Regel nur einmal im Jahr fliegen oder den Müll so gut wir können zu trennen. Na immerhin. Aber beim Thema Müll erklärte mir meine Nr. 1 direkt, gibt es noch einiges was wir besser machen können und auch mir selbst fiel immer mal wieder auf, dass wir ganz schön viel davon produzieren, denn unsere Tonnen sind alle zwei Wochen randvoll (gewesen)… 🙆‍♀️

Und dann war da auch noch dieser Abend. Der Abend Ende November 2018, als ich vor dem Fernseher saß und 96 Säckchen für die Adventskalender meiner Töchter gefüllt habe. Während dieser wunderschönen und seeeeeeehr langwierigen Beschäftigung 🙄, kann man ja ziemlich viele Fernsehsendungen anschauen/ -hören. So geschehen an diesem Abend. Und während ich also fleißig ein Säckchen nach dem nächsten bestückte, wurde ich bei einer Sendung besonders aufmerksam und verfolgte eine Reportage zum Thema „Müllentsorgung“. Mein Glaube daran, dass meine Mülltrennung und -entsorgung irgendeinen Nutzen hätte, wird ein Stückweit zerstört und ich erfahre, dass lediglich eine kleine Prozentzahl des getrennten Mülls auch wirklich recycelt werden kann. Das Meiste wird einfach verbrannt! Ach her je. Vieles war mir gar nicht wirklich bewusst, wie zum Beispiel, dass all die Verpackungen, in denen Käse & Fleisch verkauft wird, nicht in den „gelben Sack“ gehören, da es sich hier um eine dreifach beschichtete PE-Verpackung handelt, die mit Lebensmitteln kontaminiert ist und somit nicht recycelt werden kann. Noch schockierter bin ich, als ich sehe, dass all die Bio-Lebensmittel, die in den Supermärkten in Plastik verschweißt sind und am Ende des Tages nicht verkauft werden konnten, KOMPLETT (also mit Verpackung) in den Kompostierwerken landen. Dort wird zwar dann versucht, das Plastik raus zu sortieren, aber ein gewisser Anteil landet immer im Humus, der wiederum an die Landwirtschaft weiterverkauft wird. So entsteht also Microplastik auf unseren Feldern… Oha.

Was soll ich sagen? Ich war so irritiert nach diesem Bericht und das, obwohl ich eigentlich davon ausgegangen war, dass ich ganz gut informiert bin in dieser Hinsicht. Hmmm… offensichtlich nicht.
Ich meine, seit längerer Zeit schon kaufe ich mein Obst und Gemüse so gut es geht ohne Plastikverpackungen, lasse Äpfel, Pilze & Co wild übers Kassenband kullern und bringe stets meine eigenen Einkaufstaschen mit. Doch nach all diesen Informationen, die ich da gehört und gesehen hatte, wurde mir klar, dass dies wohl nicht ausreichend genug ist. Dass es gar nicht nur darum geht auf Plastik zu verzichten – sondern eigentlich um viel mehr, nämlich um den Verzicht von VERPACKUNG im Allgemeinen. Dazu gehören auch all die Papiertüten, die in der Herstellung leider doppelt so viel Energie benötigen wie eine Plastiktüte und in der Regel seltener wiederverwendet werden als ihre Konkurrentin aus Plastik. All diese Informationen, gepaart mit den Beiträgen aus der Schule meiner Kinder , haben mich dazu bewogen, unseren Haushalt etwas umzustellen. Zum Glück habe ich nicht weiter über die aufkommenden Herausforderungen nachgedacht, sondern einfach angefangen 😉. Tatsächlich habe ich nämlich ganz schön unterschätzt, was solch eine Umstellung für eine sechsköpfige Familie sowohl in Aufwand (Zeit, Gedanken), als auch in Geld bedeutet…

Um dem Ganzen aber ein bisschen Nachdruck zu verleihen, habe ich uns dann noch zwei Ziele gesteckt: zum einen möchte ich den Müll all unserer Tonnen – bis auf Bio – um die Hälfte reduzieren – und zwar innerhalb von sechs Monaten. Und zum anderen, möchte ich bis Ende des Jahres auch unser Badezimmer so plastikfrei wie möglich gestalten. In der Theorie stehen wir alle hinter diesem Plan, aber die Realität sieht ja manchmal doch ein wenig anders aus 🙃. Insbesondere beim Thema Badezimmer, bin ich gespannt, ob meine Mädels da wirklich alle mitziehen… Mal sehen.

Und so habe ich letztendlich ganz konkret angefangen:
In den ersten Wochen habe ich unseren Kühlschrank soweit es geht von Plasitk – auf Glasflasche umgestellt:
–> Wasser und Sprudelflaschen
–> Joghurtbecher, Pudding & fertige Süßspeisen aus dem Kühlregal
–> Milchflaschen
–> Sahne
–> Ketchup
Unsere geliebte Streichbutter wurde von der Einkaufsliste gestrichen, stattdessen gibt es wieder die „normale“ Butter in Papier (naja eher Alu) gewickelt. Bei Frischkäse habe ich mich dumm und dämlich gesucht. Diesen konnte ich leider nirgends im Glas finden, falls ihr also einen Tipp habt, bin ich euch sehr dankbar 😊.
Dieser Teil der Umstellung war noch vergleichsweise einfach, auch wenn die Sprudelkästen und Milchflaschen doppelt so schwer sind. Beim Thema Milch ist mir allerdings aufgefallen, dass es weder lactosefreie noch Soja-, Hafer- oder Mandelmilch in Glasflaschen gibt – bisher habe ich diese nur in Tetrapacks entdeckt. Außerdem musste ich feststellen, dass es zwar ein paar Joghurtsorten im Glas gibt, aber nur einen einzigen Pudding! – alle anderen Kinderpuddings oder -nachspeisen (Fruchtzwerge, Monte, Danni Sahne und wie sie alle heißen) sind in Plastikbechern verpackt – zumindest in unserem Supermarkt-Center um die Ecke. Daraufhin habe ich mir mal einen Vormittag Zeit genommen und bin einige Bio-Supermärkte abgefahren, um zu gucken, welche Produkte ich hier im Glas oder auch unverpackt bekomme. Leider wurde ich auch hier nicht wirklich fündig. Davon abgesehen, musste ich feststellen, dass es ein extrem großer Zeitaufwand war, all diese Läden abzuklappern, mal ganz davon zu schweigen, dass ich diese Strecken nicht alle mit dem Fahrrad bewältigen konnte. Und so wurde das Sortiment in unserem Kühlschrank auf einen Schlag recht überschaubar, um nicht zu sagen –> gering 😅. Wir hatten zwar alle damit gerechnet, dass eine solche Umstellung entsprechende Konsequenzen mit sich bringen würde, aber wie sehr wir damit unsere Komfortzone verlassen mussten, war uns nicht wirklich bewußt.

So schnell aufgeben wollte ich allerdings auch nicht. Also besorgte ich uns viele wiederverwendbare Gemüsesäckchen (endlich kann man diese überall kaufen) und auch für Brot und Brötchen habe ich Beutel gekauft – diese allerdings aus Baumwolle. Die Preisunterschiede für die Gemüse-Säckchen sind immens, wobei sie fast alle aus der gleichen Faser hergestellt werden. Für Wurst und Käse habe ich nun stets ein Tupper dabei und schon lange lasse ich mir keine „Folie“ mehr zwischen Käse – oder Schinkenscheiben legen – auch wenn es schöner aussieht oder einfacher in der Handhabung ist.
Zu guter Letzt habe ich im ersten Schwung unserer Umstellung ein paar „gestrickte“ Spüllappen gekauft, die nach der Wäsche wieder wie neu sind und völlig unverpackt zu kaufen sind.

Nun ihr werdet es nicht glauben, aber allein diese wirklich kleinen Veränderungen, haben unsere gelbe und schwarze Tonne um ein drittel schrumpfen lassen. Wahnsinn! Darüber habe ich mich so sehr gefreut, dass ich dies bei einem schönen Abendessen unter einem reißerischen Aufmacher (ich muss euch heute etwas SENSATIONELLES erzählen! 🙌) meiner Familie verkündet habe. Meine Töchter allerdings fragten nur ganz trocken nach, was denn jetzt daran das „sensationelle“ sei??? 🙄😂 Sie hatten jetzt eher mit einer spontanen Urlaubsreise oder einem Shoppingausflug gerechnet… 💤 Naja, so habe ich mich eben alleine gefreut.

Aber ich bin ehrlich 😉… Es war und ist! auch eine ganz schöne Herausforderung – allein diese kleinen Schrittchen. Denn wann immer ich „spontan“ noch etwas einkaufen gehen möchte, muss ich gut überlegen, wie ich das mache, da ich eben doch nicht immer die entsprechenden Säckchen/ Tupper oder Taschen dabei habe. Viele Produkte bekomme ich bei uns im Supermarkt auch gar nicht unverpackt und so musste ich schon öfter einige meiner Essens-Ideen für die Woche wieder umschmeißen, da es die entsprechenden Gemüsesorten nur in Plastik eingewickelt gab. Und auch meine Töchter waren (und sind) nicht immer allzu begeistert. Zwar unterstützen sie die Idee voll und ganz und geben mir auch tolle Tipps, doch dass es seitdem eben keine „Fruchtzwerge, Kekse & Co“ mehr gibt, fanden sie dann doch nervig. In den ersten Wochen bin ich sehr strikt gewesen und habe selbst das Toastbrot für die Schulbrote nur noch unverpackt beim Bäcker gekauft – das ist machbar, keine Frage. Allerdings hat unser Bäcker nur alle drei Tage unverpacktes Toastbrot, so dass ich auch hier auf Alternativen zurück greifen musste. Diese wiederum haben aber nicht immer den Geschmack meiner Töchter getroffen und so gab es zu Beginn viele Stolpersteine mit denen ich nicht gerechnet hatte 🤷‍♀️. Es ist und bleibt ein ganz schönes Kopfkino und ich habe einige Wochen gebraucht, bis ich einen Weg gefunden habe, mit dem wir mittlerweile alle halbwegs leben können – im ersten Schritt. Von der ganz strikten Form, so gut wie alles unverpackt einzukaufen, musste ich erst Mal wieder ablassen. Leider. Denn in meiner Vorstellung war es beispielsweise ganz einfach auf Kekse, Chips & Süßes zu verzichten – schließlich kann ich all diese Dinge auch selbst machen und spare allein dadurch enorm an Verpackung ein (und gesünder ist es allemal). Was ich dabei aber völlig unterschätzt habe, ist der zeitliche Aufwand, den diese „ich mache alles selbst“- Lebensweise bedeutet. Ich koche ja ohnehin schon fast jeden Tag frisch und benötige dafür minimum ein bis eineinhalb Stunden, doch für sechs Personen täglich noch etwas Kuchen, Kekse, Müsli oder Chips selbst zu zubereiten, das ist dann zeitlich doch noch mal eine andere Hausnummer – als #workingmom sowieso. Um so mehr bewundere ich all die Familien, die dies hinbekommen. Chapeau! 🎩

Aber wie dem auch sei – einmal damit angefangen, wird man unglaublich sensibel in diesem Thema, man sieht überall nur noch Verpackung, Plastik und andere unnötige Dinge. Und auch wenn noch nicht wirklich alles rund läuft, so habe ich doch noch viele weitere Möglichkeiten entdeckt, die uns dem selbstgesteckten Ziel ein wenig näher bringen. 😌

Und so nehme ich euch bei meinem nächsten Beitrag mit in einen „Unverpackt-Laden“. Dieses Konzept begeistert mich sehr und inspiriert mich jedes Mal wieder auf’s Neue. Aber auch hier stehen wir erst am Anfang – aber der Weg ist das Ziel, oder?

Bis dahin,
alles Liebe 💗


Willkommen in 2019

Meine Lieben, 💕

seit Monaten nehme ich mir vor, mich endlich wieder hinzusetzen und ein bisschen zu schreiben, für mich, für meinen Blog, für wen auch immer. 😉 Aber irgendwie kommt ständig was dazwischen, beziehungsweise wollen die Worte nicht so leicht und locker aus meinen Händen, wie ich mir das vorstelle. 🙈 Dann fällt mir wieder kein Thema ein oder aber ich denke, dass über bestimmte Dinge ja sowieso schon so viel geschrieben wurde und ich nicht auch noch meinen Senf dazu geben muss. Andererseits hatte und habe ich immer viel Spaß beim Schreiben, so dass ich mir für 2019 vorgenommen habe es „einfach zu machen“, ohne großartig darüber nachzudenken. Das klingt zwar leichter als es sich umsetzen lässt 🙄, aber es nicht probiert zu haben, fühlt sich irgendwie auch nicht gut an.

Nun, wo fange ich an?
Wir hatten einen wirklich schönen und total gemütlichen Start ins Jahr 2019. Zum ersten Mal seit langem, konnte ich all die Freude und den Glanz in den Augen meiner Kinder wieder spüren. Überhaupt, scheint sich mein Gefühlsleben wieder zu bewegen und die Panzerdecke, in die ich meine Emotionen eingewickelt hatte, um den Alltag mit meinen Kindern durchhalten zu können, scheint sich Stück für Stück aufzulösen. Ganz langsam zwar, aber immerhin. 😌 Endlich. Wie ich dies bemerkt habe, kann ich gar nicht genau in Worte fassen, aber es fühlt sich so an als würde ich nach zweieinhalb Jahren mein „Leben wieder spüren“, als würde ich nicht einfach lachen, weil alle es machen, sondern weil ich es wirklich lustig finde. Seit jenem Schicksalsschlag, hatte ich oft das Gefühl, einen Teil meines emotionalen Lebens abschotten zu müssen, bzw. es ein Stück weit zu unterdrücken, damit ich all den Anforderungen des Alltags überhaupt gewachsen bin und nicht immer wieder das Gefühl habe, an kleinsten Aufgaben zu scheitern. Aus psychologischer Sicht ist dies vielleicht fragwürdig, denn hier heißt es ja oft, man soll all diesen Gefühlen freien Lauf lassen und sie „ausleben“. Aber als Mutter von damals relativ jungen Kindern, fand ich dies keine gute Option für unser Familienleben. Es hat meine Kinder doch schwer verunsichert, sich nicht auf mich verlassen zu können. Und auch wenn sie sich tapfer durch die ersten Wochen geschlagen haben, so habe ich doch auch gesehen, dass es diese vier Mäuse viel Kraft gekostet hat, für mich da zu sein und sie das Gefühl hatten auf mich aufpassen zu müssen.
Und aus diesen Gründen habe ich mich sozusagen FÜR meine Kinder und damit ein Stückweit gegen meine Trauer (-arbeit) entschieden. Ob das richtig oder falsch war, weiß ich nicht und möchte ich auch gar nicht bewerten. Denn diese Entscheidung muss jeder für sich selbst treffen, schließlich ticken wir ja jeder anders. Für mich aber hat es sich so besser angefühlt, auch wenn es hin und wieder wirklich anstrengend war.

Doch nun, zweieinhalb Jahre später, ist mir aufgefallen, dass meine Kinder sich ein großes Stück weiterentwickelt haben, wieder sicheren Boden unter ihren Füßen spüren und jede für sich so ihrer Wege geht. Und auch wenn ich mit Sicherheit immer mal wieder zu schnell an die Decke gegangen bin oder hier und da zu laut oder ungerecht war – ich war DA. Und dies wiederum öffnet mir jetzt einen kleinen Freiraum (klitzekleinen Freiraum trifft’s wohl eher 😉), mich wieder mir zu widmen und meinen Themen, Träumen und Wünschen freieren Lauf zu lassen. Ein Teil in mir fühlt sich anders an, ein bisschen leichter. Ich habe wieder Lust Freunde einzuladen und zu feiern und fühle mich nicht mehr komisch, wenn ich fröhlich bin, rumalbere und lache. Ich meine, nach außen hin, mache ich dies schon seit längerer Zeit wieder und bin sehr dankbar für all die schönen Erlebnisse seitdem. Aber irgendwie haben es nur einige dieser Momente bis zu mir nach tief drinnen geschafft, bzw. ich habe es einfach nicht zugelassen, dass ich diese Momente voll und ganz spüren konnte, wahrscheinlich aus Angst von meinen Gefühlen überrollt zu werden. Das trifft es wohl eher.
Nach wie vor, gibt es eine Menge Achterbahnfahrten in mir, aber die Art der Fahrten, scheint sich zu verändern.

Denn dieses Jahr an Silvester, als ich mit meinen Mädels vor dem Haus stand und am Himmel ein wunderschönes Feuerwerk beobachtet habe, da war ich zum ersten Mal seit langem ein ganz kleines bisschen stolz auf mich, dass ich es geschafft habe, für diese wunderbaren Menschen 💗 um mich herum, durchgehalten zu haben. Jeden Morgen aufgestanden zu sein. (Auch wenn es Tage gab, an denen ich mich wirklich gerne unter der Decke vergraben hätte.) Stolz ist vielleicht das falsche Wort, aber ich war einfach glücklich mit mir in diesem Moment.

Jetzt aber genug der Gefühlsduselei 😉 und auf in ein NEUES Jahr. 🎉 Ob 2019 so viel Neues bringt, weiß ich jetzt zwar auch nicht 😅, aber ich freu mich einfach drauf. 🍀

Ich wünsche euch und euren Lieben einen schönen Start in eine neue Woche. Fühlt euch fest umarmt und bis ganz bald. 😘



Rigatoni in leckerer Kürbissosse

Huhu, ich habe mal wieder ein Gericht ausprobiert, das ich in der Zeitschrift lecker (Ausgabe 11/2018) entdeckt hatte und meiner kleinen Jury zum Mittagessen aufgetischt habe. Die Zusammensetzung klang sehr lecker und ich fand es eine schöne Alternative zur Kürbis-Suppe… vor allem aber bringt es doch immer wieder Schwung in die eigene Rezepteroutine 😉.

Zutaten für 4 Personen:

1 kleiner Hokkaidokürbis (ca. 800 Gramm)
2 EL Haselnüsse
6 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer, Zucker
1 Bio-Orange
1 Bund Petersilie
350 g Nudeln (z.B Rigatoni)
1 rote Chilischote
1 Knoblauchzehe
30 g Parmesan (Stück)

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Unter Schock …

 20. August 2016…  dieser Tag ist in meinem Kopf eingebrannt.

Wie ein Mahnmal.

Wir sind vor vier Tagen auf unserer Urlaubs-Insel angekommen und fangen allmählich an in den Entspannungsmodus zu schalten…

… doch nun sitze ich hier, tränenüberströmt, zitternd und mit einem völlig zusammengekrampften Magen auf der Terrasse unseres traumhaft schönen Urlaubshotels. Es ist sechs Uhr morgens (Deutschland 7:00 Uhr), ein paar Angestellte des Hotels säubern die Poollandschaft, es ist noch ziemlich dunkel und ich telefoniere mit meiner Cousine. Auch sie kann nur unter Tränen sprechen und zu Beginn verstehe ich kein Wort….

Ein paar Minuten zuvor:
Ich bin früh aufgewacht an diesem Morgen und entscheide mich, meine Sportsachen überzuziehen und ein bisschen laufen zu gehen – schließlich schläft der Rest der Familie noch tief und fest. Ich gucke auf mein Handy und überlege kurz, denn ich hatte es auf Anweisung meiner Mami am Tag zuvor morgens ausgemacht, „um mich mal richtig zu erholen“, wie sie gesagt hatte. Volle Konzentration auf die Familie, das Meer und den Strand. Kein Laptop. Kein Handy. Einfach erholen und die Seele baumeln lassen. Was für ein schöner Gedanke, nach diesem doch sehr herausfordernden Jahr, das hinter mir lag. Aber irgendetwas treibt mich mal schnell einen Blick rein zu werfen. Nur kurz.

Doch schon beim Einschalten, wird mir klar, dass etwas passiert sein muss, denn ich sehe dutzende SMS, WhatsApp und „Anrufe in Abwesenheit“ von meiner Cousine und der Frau meines Bruders. Ungewöhnlich.

Wen soll ich zuerst anrufen?

Ich entscheide mich für meine Cousine – die einzige, die um diese Uhrzeit schon wach sein könnte… Es klingelt nur zwei Mal. Sie nimmt ab.

Unter Tränen sagt sie immer wieder meinen Namen…  Ich frage nach was passiert ist, während mein Magen sich zusammenzieht und meine Beine anfangen zu zittern. Intuitiv schießt mir durch den Kopf, dass es sich ja eigentlich nur um meine Mutter oder meinen Bruder handeln kann. Denn erst sechs Monate zuvor hatten wir den Mann meiner Mami (er war wie ein zweiter Papa für Oli und mich) gemeinsam in den Tod begleitet, nachdem er seinen langen Kampf gegen den Krebs leider verloren hatte. Deshalb ist mein erster Gedanke, dass es wahrscheinlich meiner Mutter nicht so gut ginge, vielleicht war sie ja ins Krankenhaus gekommen.
Doch meine Cousine redet irgendwie immer von meinem Bruder…  diese Worte wollen aber nicht in meinem Kopf ankommen. Ich höre zwar ganz deutlich WAS sie sagt, doch die Übersetzung zwischen dem Gesagten und der Bedeutung des Gesagten will einfach nicht funktionieren.

Oli ist tot.

Es sind diese drei Wörter, die ich irgendwann wahrnehme … Weiterlesen

Wer, wo, was bin eigentlich ich?

Tatsächlich stelle ich mir diese Frage immer mal wieder… irgendwo zwischen Brotboxen zubereiten, Wäsche aufhängen, Streit schlichten, aufräumen, berufliche Weiterbildung, Popo abputzen, Kleider sortieren, Zimmer umräumen, Hausaufgaben durchgehen, Elternbeiratstätigkeiten, Taxifahrten, Kuscheln, Kühlschrank auffüllen, Kommunikationskonzept entwickeln, Gute-Nacht-Geschichte vorlesen, Albträume vertreiben oder beim Kochen für’s Mittagessen.

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Da taucht sie dann einfach auf, diese Frage –> Wer, wo, was bin eigentlich ich?

Manchmal wird sie aber auch bei einer Vorstellungsrunde im Kick-off Meeting oder im  Social-Media-Kontext gestellt. Dieses „Kannst du dich bitte kurz vorstellen-Ding“. Zugegeben, je öfter man diese Frage beantwortet, desto leichter kann ich darauf antworten. Doch es sind dann meist nur die Eckpunkte meines Lebens, die Dinge, die man bereits erreicht oder vielleicht auch nicht erreicht hat. Und während ich im Social-Media Kontext wesentlich mehr über mein Mami-Dasein plaudere, so geht es beim Arbeiten doch eher um meine beruflichen Skills…

Und genau in solchen Momenten fällt mir auf, dass ich irgendwie „viele“ bin...,

dass ich gar nicht sagen kann, wer ich eigentlich genau bin und wie ich mich definieren würde. Schlimmer noch, manchmal erkenne ich mich selbst kaum wieder. Sowohl in positiver als auch in negativer Hinsicht. Manchmal bin ich auch über mich selbst überrascht. Aber hin und wieder passieren die Dinge auch einfach. Dann denke ich gar nicht darüber nach, ob ich diese Baustelle bewerkstelligen kann oder nicht, beziehungsweise ob sie gerade in mein Leben passt. Und zack hänge ich in einer neuen Situation drin, muss ungewollt mein Wissensspektrum erweitern, in Bereichen, in denen ich mich eigentlich gar nicht sehe oder die ich mir gar nicht zugetraut hätte.

Am interessantesten wird das Ganze dann, wenn ich noch Zeitschriften oder Bücher zwischen die Finger bekomme, die sich mit der Frage beschäftigen, wie man sich am besten selbst verwirklichen kann, seine Träume lebt, sein wahres Glück findet und nur noch die Dinge umsetzt, die einem wirklich gut tun. Da rattert dann das Fragen-Karussell durch meinen Kopf 🙈:

 Verwirkliche ich mich tatsächlich in meinem Job?

Oder liegt meine Selbstverwirklichung in der Familie?

Wer bin ich am Ende meiner Selbstverwicklung?

Gibt es überhaupt ein Ende oder ist es nicht eher ein lebenslanger Prozess?

Wieso sollte mein Job nicht einfach ein Job sein, mit dem ich mein Geld verdiene und die Krankenkasse bezahle?

Ist Glück messbar?

Ist meine wunderbare Familie nicht das größte Glück, das ich haben kann?

Gibt es etwas Größeres als die Liebe?

Warum habe ich dann manchmal das Gefühl mich im Alltagstrubel zu verlieren?

Wie kann ich sicherstellen, dass ich nur noch die Dinge tue, die mir guttun?

Ist das überhaupt machbar im Leben?

Was sind meine Stärken?

Und sieht dies mein Umfeld auch so? Oder nur ich?

Was macht mich aus?

Warum fühle ich mich immer mal wieder getrieben?

Was würde ich anders machen, wenn ich noch mal von vorne anfangen würde?

Wie sähe mein Weg aus, wenn das Schicksal nicht hier und da zugeschlagen hätte?

Wäre ich zufriedener, wenn ich auf dem Land leben würde?

Bin ich wirklich die Frau, die ich sein wollte?

Und während ich all diese Fragen hier niederschreibe, tauchen auch hier und da ein paar Antworten auf, die wesentlich klarer sind, als ich es mir gedacht hätte 😌.

Nun ich bin also viele:

Mami von vier Töchtern, Ehefreundin (des welt-besten Mannes), Change-Managerin, Wann-immer-es-meine-Zeit-zulässt-Bloggerin, Diplom-Pädagogin, Tochter (einer wunderbaren Mami), Schwester eines verstorbenen Bruders, Elternbeirätin, Freundin, Tante zweier Kinder, die ihren Vater früh verloren haben, Schwiegertochter, plötzlich Einzelkind, Nachlassverwalterin…

Mit Sicherheit bin ich zuweilen auch zu viele.

(Merke ich gerade selbst, wo ich das alles so schreibe 😉)

Und ja, das ein oder andere Ding könnte ich sicherlich einfach mal abgeben, wie zum Beispiel das Thema Elternbeirat. Andererseits finde ich das ehrenamtliche oder auch soziale Engagement von großer Bedeutung, insbesondere um meinen Töchtern zu zeigen, wie wichtig es ist, sich für etwas oder jemanden einzusetzen, auch wenn daraus kein persönlicher Profit entsteht.

Bei anderen Themen wird es schon schwieriger. Das Bloggen zum Beispiel. Ich komme im Moment leider nur noch selten dazu, aber es macht mir einfach unglaublich viel Spaß und es ist nur für mich. Für mich ganz alleine – unabhängig von meinem Umfeld. Etwas, das in mir eine große innere Zufriedenheit auslöst und meinen Alltag in kleinen Geschichten festhält.  So gesehen also etwas, an dem ich lieber festhalten möchte, auch wenn es zeitlich manchmal eine Herausforderung ist.

Und dann gibt es da noch so Erfahrungen im Leben, auf die hätte ich auch einfach verzichten können. Wirklich verzichten können. Insbesondere in meiner Jugend. Und dieses Gerede, dass man durch solche Erfahrungen auch innere Stärke und was-weiß-ich-nicht-alles gewinnen kann, möchte ich so nicht ganz unterschreiben. Denn selbst wenn man durch Schicksalsschläge – laut diverser Printmedien und Psychologen zumindest – irgendetwas gewinnt, so verliert man auch schlagartig seine Unbeschwertheit und seinen Glauben an das Lebensfundament. Und ob man diesen Erfahrungen wirklich stets etwas Gutes oder Bereicherndes abgewinnen kann, wage ich mal zu bezweifeln.

Nun, ich denke diese Fragerei wird mich noch eine lange Zeit begleiten und auch immer mal wieder herausfordern. Doch dank all dieser Überlegungen hier, ist mir eins ganz klar geworden –> unabhängig von jeder Selbstverwirklichung, Karriere im Job oder Träume-Leberei, bin ich eine glückliche Mami von vier wundervollen Töchtern und habe eine tolle Familie mit der ich mein Leben teilen darf. Ich habe einen Job, der mir ein Teilzeitmodell ermöglicht und Spaß macht, kann im Bloggen meinen Gedanken freien Lauf lassen, koche leidenschaftlich gerne, versuche die Erinnerungen an meinen Bruder aufrechtzuerhalten – insbesondere für seine Kinder, bin unglaublich dankbar für die wunderbare Beziehung mit meiner Mami und genieße jede freie Minute mit meinem Lieblingsmenschen.

Und irgendwo zwischen Brotboxen vorbereiten, Wäsche waschen, Meetings abhalten, Bilder katalogisieren und Mittagessen kochen – da bin ICH 💗.

Lachs-Spinat-Lasagne mit Garnelen-Tomaten-Soße

So hier nun endlich die sagenhafte Lachs-Spinat-Lasagne, die sowohl unseren Gästen, als auch den Kindern super geschmeckt hat 😋…
Das Rezept habe ich aus der Zeitschrift Lecker (2/2014).

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