Bis hierher… und nicht weiter!


Zu Beginn meiner „Mami-Karriere“ hatte ich einen glasklaren Fahrplan von Grenzen,  Ritualen und Konsequenzen im Kopf und war fest davon überzeugt, dass ich mit dieser Strategie eine tolle Basis für unser Zusammenleben schaffen würde. Und wie viele frischgebackenen Mamis und Papis fing ich natürlich auch an, mich mit Ratgebern und Zeitschriften einzudecken, um meine Perspektive im Thema Erziehung zu erweitern. Doch je mehr ich las, desto unsicherer wurde ich mit meinem Fahrplan, mal ganz davon abgesehen, dass ich wirklich lange gebraucht habe, bis ich verstanden hatte, wieviele unterschiedliche Erziehungsmöglichkeiten es gibt und welche davon überhaupt zu mir/ uns passen.

Vielleicht mal ein kleines Beispiel  😉: für mich ist das Thema „Höflichkeit“ recht wichtig und dementsprechend lege ich ziemlich großen Wert darauf, dass meine Kinder immer grüßen und auch die Wörter „bitte“ und „danke“ verwenden, wenn sie etwas haben möchten oder geschenkt bekommen. Über dieses Thema habe ich eigentlich nie wirklich nachgedacht, denn es war ganz selbstverständlich für mich – BIS, ja bis ich dann in diversen Fachlektüren nachlas, dass man seine Kinder nicht dazu zwingen sollte „Hallo“ oder „Tschüss“ zu sagen. Denn dieses Verhalten sollte aus dem Kind selbst heraus kommen und nicht unter Zwang eingefordert werden. „Oh je“ dachte ich, was habe ich meinen Kindern nur angetan? Auf die Idee, dass meine Kinder dies als Zwang empfinden würden, war ich noch gar nicht gekommen 🙆🏻, aber ja, es leuchtete mir durchaus ein, dass ich diese Perspektive völlig außer Acht gelassen hatte.
Solche Beispiele gab es mehrere und so wuchsen schleichend die Zweifel – an mir und an meinem Fahrplan von Erziehung. Irgendwann hatte ich dann so ein Gewusel an Tipps in meinem Kopf, dass ich gar nicht mehr authentisch reagierte 🙈, sondern mich erst mal fragte, welche Auswirkung meine Reaktionen auf meine Kinder haben könnte??? Das ist natürlich gar nicht zielführend und wenn man schnell handeln muss, eine ganze unbrauchbare Ausgangslage 😆.

Dementsprechend lange habe ich dann auch gebraucht, um wieder zu meinem intuitiven Fahrplan zurück zu finden. Weiterlesen

Wenn es wieder drunter und drüber geht…

Chaos_to_structure

Es gibt so Tage, da fühlt sich alles so „drunter & drüber“ an… Also damit meine ich jetzt nicht, dass der Alttag zu voll gepackt ist und alle Termine mal wieder auf einen einzigen Tag fallen. Diese Momente gibt es tatsächlich immer mal wieder und obwohl ich stets denke, dass mir dies nicht noch einmal passiert, kann ich mir sicher sein, dass nur wenige Wochen später, das gleiche Terminchaos auf mich wartet 😉 .

Nein ich meine, es gibt so Tage da habe ich das Gefühl, dass meine Kinder völlig aus dem Ruder laufen, außer Rand und Band sind und irgendwie nicht mehr alle Tassen im Schrank haben. Es sind so Tage, an denen sie sich untereinander nur noch streiten; Weiterlesen

Irgendwie halt…

Irgendwie

…  irgendwie schaffe ich es nach drei Stunden Schlaf, morgens um sechs Uhr aufzustehen und ein Frühstück vorzubereiten, irgendwie haben die Kinder jeden Tag frische Kleidung an und ihre Zähne sind geputzt, irgendwie sind sie gebadet, bekommen ihre Nägel geschnitten und die Öhrchen geputzt, irgendwie wird der Kühlschrank gefüllt (manchmal habe ich das Gefühl, alle paar Stunden im Supermarkt zu stehen), irgendwie schaffe ich es tatsächlich ab und zu mal mit meinem Mann auszugehen, irgendwie steht täglich ein frisch gekochtes Essen auf dem Tisch, irgendwie ist das Haus abends wieder aufgeräumt, irgendwie werden meine Mädels immer selbständiger, irgendwie ist die Wäsche gewaschen, gebügelt und liegt wieder sauber im Schrank, irgendwie kann ich hin und wieder zum Friseur, irgendwie haben meine zwei Großen täglich ihre gemachten Hausaufgaben im Schulranzen, irgendwie haben meine Kinder alle U-Untersuchungen geschafft, irgendwie landen wir doch noch pünktlich bei den nachmittäglichen Hobbys, irgendwie komme ich zweimal die Woche zum Sport, irgendwie treffe ich mich ab und zu mit meinen Freundinnen und genieße unsere Gespräche (Gesetz den Falls, es ist kein Kind anwesend 🙂 ), irgendwie werde ich im Sommer wieder anfangen zu arbeiten, irgendwie gehen wir hin und wieder ins Kino, irgendwie lernt meine zweite Maus gerade lesen, irgendwie gehen wir häufig am Wochenende alle zusammen spazieren, irgendwie kann Nr. 4 jetzt sprechen, irgendwie ist der Garten wieder grün und das Unkraut gejätet….

… und obwohl ich Pläne, Organisation und Struktur unglaublich toll finde und definitiv bevorzuge, LIEBE ich dieses Leben… irgendwie 🙂

Einmal Urlaub für sechs Personen, bitte….

Letztes Jahr haben wir zum ersten Mal bereits im Januar unseren Urlaub gebucht und waren ganz überrascht, dass der Urlaub doch einige Euros günstiger war, als im Jahr zuvor. Also habe ich diesmal meinen Mann ganz verrückt gemacht, dass wir unbedingt zu Beginn des Jahres unseren Sommerurlaub organisieren und dingfest machen müssen, da es ohnehin nicht so einfach ist, ein Familienzimmer für sechs Personen zu bekommen. Hinzu kommt, dass unser jüngster Feger die magische Jahreszahl von ZWEI überschritten hat und somit den Flug voll bezahlen darf und auch bei den Hotelkosten großzügig beteiligt wird… Herrliche Bedingungen 🙂

Und um es noch ein bisschen spannender zu machen, haben wir uns diesmal ganz fest vorgenommen NICHT wieder auf die Kanaren zu fliegen, sondern nach vier Jahren endlich mal wieder etwas Neues auszuprobieren. Schließlich haben wir uns früher oft genug über andere amüsiert, die schon seit zehn oder mehr Jahren ans gleiche Urlaubsziel fahren. Zugegeben, da hatten wir auch noch keine Familie, geschweige denn VIER Kinder. Doch seit vier Jahren, fliegen wir eigentlich immer auf die gleiche Insel, wenn auch in unterschiedliche Hotels, immerhin etwas. Wir lieben das Klima auf den Kanaren, den Wind, den Sonnenschein und den traumhaften Strand, an dem unsere Kinder mittlerweile stundenlang verweilen… so ganz ohne Spielzeug komischerweise. Letztes Jahr waren wir sogar Wiederholungstäter und sind zum ersten Mal ins gleiche Hotel gefahren wie ein Jahr zuvor! Da musste ich dann selbst über mich lachen, doch ich gestehe, es hat auch Wahnsinns Vorteile. Denn in dem Moment, in dem wir das Hotel betraten, haben wir uns auch schon „angekommen“ gefühlt. Ich wußte wie die Zimmer aussehen, wo ich was einräumen konnte, welche Poollandschaft uns erwartet, welchen Spaß die Kinder am Strand haben würden, die zwei Großen kannten sich am Buffet bestens aus und für das abendliche Entertainment war auch gesorgt. Aber wenn man zum zweiten Mal an den gleichen Ort kommt, dann fallen einem auch Dinge auf, die im letzten Jahr vielleicht anders waren…

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Wie dem auch sei, dieses Mal also alles NEU: neues Ziel, neues Hotel, neue Möglichkeiten… aber da hatten wir die Rechnung wohl ohne die Angebote gemacht. Weiterlesen