Schlaf Kindlein schlaf…

Wenn ich gewußt hätte, mit wie wenig Schlaf ich eines Tages auskommen würde, dann hätte ich wahrscheinlich die gesamte Zeit vor der Geburt meines ersten Mäuseleins im Bett verbracht 😃. Aber zum Glück weiß man all diese Dinge nicht, denn ansonsten wäre das Abenteuer „Kind“ auch längst nicht so lustig und spannend…. Zwar kann man anhand der Erzählungen von Freunden ungefähr erahnen, was da so auf einen zukommt, doch die Realität fühlt sich dann doch etwas anders an. Aber es soll ja auch tatsächlich Kinder geben, die bereits nach wenigen Monaten sechs Stunden und mehr DURCHSCHLAFEN 😳…

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Nun wie soll ich sagen, bei meinen Kindern ist dies irgendwie nicht der Fall gewesen. Aber was heißt da gewesen… bei meinen Kindern ist dies nicht der Fall – bis heute!
Denn meine Mäuse scheinen sich immer in einer „Phase“ zu befinden, die es gerade unmöglich macht im eigenen Bett zu schlafen 😉. Klar, bei vier Kindern, hat man natürlich auch vier unterschiedliche Schlafbedürfnisse zu Hause. Bei meinem ersten Töchterlein war ich – im Nachhinein betrachtet – sehr verwöhnt, denn sie hat bereits nach fünf Monaten durchgeschlafen (also sechs Stunden am Stück). Natürlich hat das zeitlich nicht ganz mit meinem Schlafrhythmus zusammen gepasst, denn meine Nr. 1 hat meistens von 20 Uhr abends bis nachts um zwei Uhr geschlummert. Ab dann war sie in der Regel alle zwei bis drei Stunden wach. Aber sie konnte ja nicht wissen, dass ich erst gegen 23 Uhr ins Bett gehe… Allerdings habe ja auch ich dazugelernt und sie irgendwann einfach noch mal kurz geweckt und gestillt, wenn ich ins Bett gegangen bin, in der Hoffnung, dass wir somit den Kreislauf durchbrechen können und sie wenigstens bis vier Uhr morgens durchhält. Hat leider nicht immer funktioniert. Aber mit knapp einem Jahr hat sie ohnehin von acht Uhr abends bis morgens um sechs Uhr durchgeschlafen… damals fand ich das nicht gerade sehr zufriedenstellend (insbesondere an Sonntagen 🙆), doch wenn ich gewußt hätte, was in dieser Hinsicht noch alles auf mich zukommt, dann wäre ich wohl mehr als dankbar gewesen.

Meine zweite Mausi ist bis heute meine allerbeste „Schläferin“ 😴 im Haus. Ein Jahr lang hat sie bei uns mit im Schlafzimmer gelegen und seitdem bis auf wenige Ausnahmen stets die Nächte in ihrem eigenen Bett verbracht. Wenn ich wüßte welches Geheimnis dieser Strategie inne liegt, dann hätte ich wahrscheinlich schon ein Buch veröffentlicht und würde bereits seit mehreren Jahren, ausgeruht durch den Tag spazieren 😜. Doch leider bin ich bis heute nicht dahinter gekommen…

Aber dann…

Dann kam es knüppeldicke…. denn wenige Monate bevor meine dritte Mausi auf die Welt kam, bekam meine Älteste (damals fünf Jahre alt) plötzlich große Probleme mit dem ein– und später auch mit dem Durchschlafen. In der Fachliteratur und all den Zeitschriften findet man ja unglaublich viele Tipps zu diesem Thema, allerdings immer nur für Säuglinge und Kleinkinder bis zu drei Jahren… danach wird es irgendwie dünn mit den Ratgebern. Aus heutiger Sicht betrachtet, kann es natürlich auch daran liegen, dass man auch einfach nicht viel machen kann – außer akzeptieren und durchhalten 💕. Ich weiß, das klingt jetzt nicht gerade sehr motivierend. Und ich kann das natürlich nur für mich selbst so festhalten, aber letztendlich ist so gut wie alles was ich ausprobiert habe gescheitert… angefangen vom Punkte-Sammeln-und-am-Ende-der-Woche-ein-Geschenk-bekommen-Plan, weiter über das Lavendelspray zum Vertreiben der bösen Monster, CD-Hören zum Einschlafen, Schlafrhythmus unterbrechen, um wieder eine natürliche Müdigkeit herzustellen, abwarten bis die Einschulungsphase vorbei ist, bis hin zu viiiiiiiiiiel Bewegung und Sport tagsüber, damit Mausi abends richtig k.o. ist und gut in den Schlaf kommt…

Ein ganzes Jahr lang hat es gedauert, bis meine Große von einem Tag auf den anderen wieder ganz normal durchgeschlafen hat 🙄 – bis heute haben wir nicht heraus bekommen, woran dies wohl gelegen haben mag. Nun ja, ich brauche euch nicht zu sagen, wie kräftezehrend diese Phase war, insbesondere da mit der Geburt meiner Nr. 3 erst mal alles getoppt wurde, was ich bis daher so an Schlafverhalten von meinen Babys kannte… Denn dieser kleine Wirbelwind hat tagsüber nicht mehr als 20 Minuten in seiner Wiege geschlummert, bevor es mit lautem Getöse wieder zurück in meine Arme ging. Und auch nachts fand sie, dass zwei Stunden am Stück mehr als ausreichend sein dürften für die liebe Mama. Gepaart mit den nächtlichen Besuchen meiner Ältesten, habe ich teilweise nicht mehr als EINEINHALB Stunden am Stück geschlafen… der Wecker hat allerdings trotzdem um 6:00 Uhr geklingelt, da Schule und Kindergarten ja nicht so viel von Verspätungen halten.

Und wohingegen meine beiden Großen nach knapp einem Jahr die Nacht in ihren Betten verbracht haben, da hat es bei meiner süßen Nr.3 schon knapp zwei Jahre gedauert, bis sie zum ersten Mal von abends bis morgens (um fünf 😏 – auch nicht gerade meine Zeit) durchgeschlafen hat, um mich dann voller Energie und Freude aus dem Bett zu holen. Denn natürlich zählt sie nicht zu der Sorte Kinder, die dann noch eine Stunde neben dir im Bett kuscheln… Aber gut, auch daran kann man sich gewöhnen.

Nun denn dachte ich, schlimmer kann es eigentlich nicht kommen. Bei Nr. 4 wird alles Routine! Schließlich habe ich ja schon alles gesehen. Allerdings hatte ich mich zu diesem Zeitpunkt schon so an diesen unterbrochenen Schlafrhythmus gewöhnt und muss sagen, dass man irgendwann auch mit Stückelschlaf ganz gut durch den Alltag kommt 😊.

Aber wie soll ich sagen… schlimmer geht immer 😂! Denn meine kleine Minimaus hat ganze drei Jahre gebraucht bis sie zum ersten Mal in ihrem eigenen Bettchen eingeschlafen und auch wieder aufgewacht ist. Insbesondere im ersten Jahr war sie praktisch alle drei Stunden wach. Und da ich stets vermeiden wollte, dass die anderen kleinen Ladies aufwachen, bin ich oft runter mit ihr ins Wohnzimmer gegangen und habe mich dann dort auf die Couch gelegt. Ich kann euch gar nicht sagen, wieviele Folgen „Medical Detectives“ (leider hatten wir noch kein Netflix damals 😩) ich zu dieser Zeit nachts geguckt habe (natürlich so, dass Mausi nichts sehen konnte), während meine Süße mit ihren Füßen gespielt und ganze Arien vor sich hin geträllert hat.

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Es gibt unglaublich viele Themen, die bei uns wirklich toll abgelaufen sind und ablaufen (Schnuller, Trocken werden, Essen, Familienzusammenhalt, Vertrauen, Umgang mit Medien, Kindergarten, Schule) – nur das Thema SCHLAFEN gehört leider nicht dazu. Denn vor eineinhalb Jahren fing meine dritte Mausi an (damals fünf Jahre alt – kam mir irgendwie bekannt vor 😉) nachts lauthals durchs Haus zu rufen, um Kund zu tun, dass sie nicht mehr schlafen kann und sofort jemand herbei gedüst kommen muss. Immerhin konnte ich sie davon überzeugen, dass man auch einfach leise zu mir ins Bett schleichen kann und zwar am besten so, dass ich es erst gar nicht mitbekomme…
Und meine Nr.4? Die hat auch immer noch hin und wieder nachts Sehnsucht nach mir und so liegen wir dann zu dritt im Bett – also ICH auf Kante 😂 und der Rest breit verteilt! Zum Glück arbeitet der Mann des Hauses nachts und geht erst ins Bett, wenn wir aufstehen 😜.

Man muss dazusagen, dass ich nicht zu den Mamis gehöre, die ein „Familienbett“ bevorzugen oder es wahnsinnig angenehm findet, dass alle zusammen in einem Zimmer schlafen… Ich habe zwar großen Spaß daran, wenn die Mäuse Ferien haben und wir spontan ein Matratzenlager bauen, um dann alle zusammen im Kinderzimmer zu übernachten, aber generell mag ich mein Bett ganz gerne für mich alleine! Denn es ist eins der wenigen Orte, an dem ich ganz für mich sein kann und zur Ruhe komme. Aber hier ist jeder anders und ich bewundere Mamis/ Eltern, die sich für ein Familienbett entscheiden.

Nun, ich habe unglaublich viel gelesen zu diesem Thema und mich eingehend damit beschäftigt – ich schwöre 😄. Von Beginn an, habe ich ein allabendliches Ritual eingeführt, immer den gleichen Ablauf beibehalten (Abendessen – Waschen & Zähneputzen – Schlafanzug anziehen – eine Geschichte vorlesen – ins Bett bringen und eine Gute-Nacht-Lied singen) und nur selten Ausnahmen gemacht. All diese Dinge laufen auch wunderbar – also mal abgesehen von dem Theater, das man an den Tag legen kann, wenn man keine Lust hat ins Bett zu gehen 😉. Aber im Großen und Ganzen wissen alle genau wie es läuft. Und es ist ein sehr großer Vorteil, dass die zwei Ältesten hier wirklich gute Vorbilder sind.

Es gab natürlich auch viele lustige Momente, die ich auf keinen Fall vermissen möchte. Bis heute muss ich lachen, wenn ich daran denke, wie oft mein Mann und ich auf allen vieren aus dem Kinderzimmer gekrochen sind, damit auch ja keines der Kinder bemerkt, dass wir nicht mehr neben dem Bettchen sitzen, sondern uns unerlaubter Weise entfernt haben 🤔. Auch habe ich nicht vergessen, wie oft ich meinen Kindern versichert habe, dass ich in zehn Minuten noch mal vorbei komme, doch irgendwie waren sie meist schon eingeschlafen, wenn ich dann zu ihnen gekommen bin…

Und dennoch habe ich mich gefragt:

Wenn ich also wirklich gewußt hätte, was ich heute weiß in Punkto Schlaf,
hätte ich dann etwas anders gemacht? 

Ja, ich denke schon…

Ja, ich glaube meine Erwartungshaltung zu diesem Thema wäre eine andere gewesen. Denn anstatt (wie häufig in den Büchern beschrieben) darauf zu hoffen, dass meine Babys zu irgendeinem Zeitpunkt X durchschlafen werden und sich ab dann auch daran halten 😏, hätte ich mir klar gemacht, dass alles gut ist, so wie es ist. Ich hätte wahrscheinlich viel eher akzeptiert, dass ich den Punkt „Durchschlafen“ nicht großartig beeinflussen kann. Ich kann zwar lernen meine Kinder „zu lesen“ und bin irgendwann auch in der Lage, genau zu erkennen, wann sie müde sind und ihr sogenanntes „Schlafzeitfenster“ auftaucht, aber ob sie es auch wirklich schaffen die Nacht in ihrem Bett zu verbringen kann ich nicht wirklich steuern. Und auch wenn alle Rahmenbedingungen gegeben sind (Rituale, zuverlässiges Elternhaus…), scheint es immer noch unbekannte Faktoren zu geben, die meine Kinder nachts umtreiben.

Aber wie sagte neulich eine ganz liebe Freundin von mir (sie hatte das selbst erst gelesen auf dem Blog @geborgenwachsen von Susanne Mierau): jedes Mal, wenn eines meiner Kinder nachts zu mir kommt, dann soll ich mir sagen, dass ich der „Leuchtturm in der Nacht“ für diese kleinen Wesen bin 💗. Dass meine Mäuse diese Geborgenheit, Nähe und Wärme  in dem Moment brauchen, in dem sie zu mir ins Bett gekrabbelt kommen… Und auch wenn es mir nicht immer leicht fällt, aber mit diesen Gedanken im Hinterkopf sieht die nächtliche Welt doch ein bisschen friedlicher aus 😌.

Und die Moral von der Geschicht‘?
Als vierfach-Mutter schläft man (fast) nicht  😂 😂 😂…

Nein, das stimmt so auch nicht. Es gibt ja auch genügend Tage, an denen es ganz wunderbar klappt. Und wie gesagt, ich habe mich mittlerweile so daran gewöhnt, dass es mir wirklich nicht mehr allzuviel ausmacht.

Aber ich würde mal so sagen, nach all diesen Jahren kann ich bestätigen, dass Schlafentzug tatsächlich:

  • für extrem schicke Augenringe sorgt (Concealer, Concealer, Lippenstift💄) 
  • hin und wieder ziemlich schlechte Laune hervorbringt (mein armer Mann)
  • die Kaffeeindustrie am Leben hält ☕️
  • und mit Sicherheit auch Auswirkungen auf das Immunsystem hat.

Ob zu wenig Schlaf auch für schlaffe Haut und Falten sorgt, kann ich (noch) nicht bestätigen 🙈, allerdings mache ich mir stets Sorgen, wenn ich dies in diversen Zeitschrift lese 😆…

In diesem Sinne meine Lieben 💕 ,
wünsche ich euch ein gut’s Nächte 🌟
– mit oder ohne Bettmitbewohner 😘