Unter Schock …

 20. August 2016…  dieser Tag ist in meinem Kopf eingebrannt.

Wie ein Mahnmal.

Wir sind vor vier Tagen auf unserer Urlaubs-Insel angekommen und fangen allmählich an in den Entspannungsmodus zu schalten…

… doch nun sitze ich hier, tränenüberströmt, zitternd und mit einem völlig zusammengekrampften Magen auf der Terrasse unseres traumhaft schönen Urlaubshotels. Es ist sechs Uhr morgens (Deutschland 7:00 Uhr), ein paar Angestellte des Hotels säubern die Poollandschaft, es ist noch ziemlich dunkel und ich telefoniere mit meiner Cousine. Auch sie kann nur unter Tränen sprechen und zu Beginn verstehe ich kein Wort….

Ein paar Minuten zuvor:
Ich bin früh aufgewacht an diesem Morgen und entscheide mich, meine Sportsachen überzuziehen und ein bisschen laufen zu gehen – schließlich schläft der Rest der Familie noch tief und fest. Ich gucke auf mein Handy und überlege kurz, denn ich hatte es auf Anweisung meiner Mami am Tag zuvor morgens ausgemacht, „um mich mal richtig zu erholen“, wie sie gesagt hatte. Volle Konzentration auf die Familie, das Meer und den Strand. Kein Laptop. Kein Handy. Einfach erholen und die Seele baumeln lassen. Was für ein schöner Gedanke, nach diesem doch sehr herausfordernden Jahr, das hinter mir lag. Aber irgendetwas treibt mich mal schnell einen Blick rein zu werfen. Nur kurz.

Doch schon beim Einschalten, wird mir klar, dass etwas passiert sein muss, denn ich sehe dutzende SMS, WhatsApp und „Anrufe in Abwesenheit“ von meiner Cousine und der Frau meines Bruders. Ungewöhnlich.

Wen soll ich zuerst anrufen?

Ich entscheide mich für meine Cousine – die einzige, die um diese Uhrzeit schon wach sein könnte… Es klingelt nur zwei Mal. Sie nimmt ab.

Unter Tränen sagt sie immer wieder meinen Namen…  Ich frage nach was passiert ist, während mein Magen sich zusammenzieht und meine Beine anfangen zu zittern. Intuitiv schießt mir durch den Kopf, dass es sich ja eigentlich nur um meine Mutter oder meinen Bruder handeln kann. Denn erst sechs Monate zuvor hatten wir den Mann meiner Mami (er war wie ein zweiter Papa für Oli und mich) gemeinsam in den Tod begleitet, nachdem er seinen langen Kampf gegen den Krebs leider verloren hatte. Deshalb ist mein erster Gedanke, dass es wahrscheinlich meiner Mutter nicht so gut ginge, vielleicht war sie ja ins Krankenhaus gekommen.
Doch meine Cousine redet irgendwie immer von meinem Bruder…  diese Worte wollen aber nicht in meinem Kopf ankommen. Ich höre zwar ganz deutlich WAS sie sagt, doch die Übersetzung zwischen dem Gesagten und der Bedeutung des Gesagten will einfach nicht funktionieren.

Oli ist tot.

Es sind diese drei Wörter, die ich irgendwann wahrnehme … Weiterlesen

„Mein Leben fühlt sich leicht an…“

Dieser Satz hat mich beschäftigt… Denn vor drei Tagen, habe ich ein Interview mit NENA gesehen (diese Frau fasziniert mich ja immer wieder) und sie erzählte darin, von der Zeit mit ihrem ersten Kind, welches ja nur elf Monate gelebt hatte. Und gegen Ende dieses Interviews, sagte sie dann, dass sie leichte und wunderschöne Zeiten innerhalb dieser elf Monate hatte und dass jeder SELBST entscheidet, ob sich das Leben LEICHT oder SCHWER anfühlt. Wow! Was für ein Satz, habe ich gedacht. DSC05646 Und dieser Satz hat mich dann nicht mehr losgelassen. Mir fiel auf, dass ich mein Leben „eigentlich“ auch als leicht empfinde, als wunderschön, als Geschenk des Himmels. Ich habe das Gefühl von der Sonne geküsst zu sein und bin wirklich dankbar für die Freude und Liebe in meinem Leben. Und davon habe ich ja ganz schön viel 😉 . Ich kann manchmal selbst nicht glauben, dass ich jemanden an meiner Seite habe, Weiterlesen